Mein Name ist Schwamm

Meinen Namen habt ihr bereits erfahren. Zu finden sind meine Verwandten und ich vor allem in Schulhäusern, die Glücklicheren unter uns leben in Badezimmern. Ich gehöre leider nicht zu denen, die mit feinriechenden Dusch- oder Bademitteln getränkt werden, damit sie ihren Aufgaben nachkommen können. Mich hat das Schicksal in ein Schulzimmer verschlagen.

Hauptberuflich war ich als Auslöscher tätig. Ich löschte alle Spuren, die Lehrpersonen während ihres Unterrichts an der Wandtafel hinterliessen. So vielfältig wie die Lehrpersonen und ihr Unterricht, so unterschiedlich war meine Putztätigkeit. Ich wischte Texte, Listen aber auch wunderschöne Bilder weg. Mein Job beschäftigte mich jede Woche von Montag bis Freitag, Woche für Woche.

Und dann begann der Niedergang meiner Karriere

In den letzten Jahren werde ich allerdings vermehrt vernachlässigt. Der ganze Prozess begann schleichend. Erst kam der Hellraumprojektor, der mir meine Arbeit streitig machte. Die Lehrpersonen fanden es wunderbar, mit feinen Stiften statt mit kratzigen Kreiden zu schreiben und ihre Erkenntnisse so den Schüler:innen zu zeigen. Das Zusammenleben mit dem Hellraumprojektor gestaltete sich nach anfänglichen Schwierigkeiten angenehm. Ich habe mich von den jahrelangen Strapazen erholen können und musste mich vor allem nicht mehr mit allen möglichen Farbspuren beschmutzen lassen.

Dann hielten die elektronischen Medien Einzug in die Schulen. Beamer, Visualizer, Smartboards und wie sie alle heissen. Aus meiner Sicht: die bare Katastrophe. Obwohl ich noch jung, dynamisch und energiegeladen bin, hat man mich in den Frühruhestand geschickt. Es gibt keine Aufgaben mehr für mich im Schulzimmer.

Und was sagen die Lehrpersonen, denen ich jahrzehntelang treu zur Seite stand? „Schwamm drüber“ und meinen damit, vergiss es, schon gut. Ist das der Dank für meine jahrelangen, treuen Dienste?

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Dieser Text sowie Der Klang der Wörter ist im Rahmen des Wahlfachs Schreiben entstanden. Am 23. August haben 35 Schüler:innen zu bloggen begonnen. Und bereits nach einer Woche sind folgende Texte ins Rampenlicht des Internets getreten:

Der Klang der Wörter – was meine Ohren mögen und wo sie streiken

Der Klang der Wörter offenbart sich uns über unsere Ohren und gibt uns einen Einblick in ihre Seele. Über die Ohren erleben wir den Klang eines Wortes körperlich und spüren, ob er angenehme oder gar bedrückende Gefühle auslöst.

Wörter üben auf mich eine grosse Faszination aus. Und ich spreche nicht von der Bedeutung, sondern vom Klang. Es gibt Wörter, die zergehen auf der Zunge, wenn ich sie ausspreche. Bei anderen läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich sie höre. Sie auszusprechen, käme mir nie in den Sinn. Und muss ich doch, dann nur sehr widerwillig.

Wörter, die meine Ohren mögen Wörter, die meine Ohren nicht mögen
farfalla Bruttosozialprodukt
gwunderig interessant
lädele Spekulant
schwimmen Kohl, Kabis
Grille Känguru
Sonne Reptil
Gnocchi quietschen
oggi quaken
blümerant ich liebe dich

Der Klang der Wörter

Meine Ohren lieben Wörter mit Doppelkonsonanten und weichen (sonoren) Lauten. Das beste Beispiel ist das Wort „oggi“. Richtig ausgesprochen lösen die Laute dieses Wortes einen richtigen Sinnesreigen bei mir aus.

Was ich hingegen nicht gerne höre, sind die deutschen „i/ie“. Ausgesprochen von Muttersprachler:innen klingen mir die viel zu stramm, so militärisch. Zum guten Glück habe ich mich nie in einen Deutschen verliebt 🙂 . Die Schweizer:innen sprechen viel langsamer und dehnen die Vokale, da geht es dann wieder.

Natürlich gibt es einen guten Grund, warum sich meine Wörterlisten auf Italienisch und Deutsch beschränken. Es sind die zwei Sprachen, die ich spreche und lese, in denen ich träume. Könnte ich fliessend Arabisch und Tagalog, würden die Listen sicherlich anders aussehen.

Ein wundervoller Klang garantiert keine schöne Bedeutung

Ich kann mich gut an meinen Auslandaufenthalt während des Gymnasiums erinnern. Mit knapp 16 zog ich nach Florenz, um dort eine Schule zu besuchen und mit neun jungen Menschen aus der ganzen Welt in einer Wohngemeinschaft zu leben. Die Kommunikationssprache war Italienisch, was dazu führte, dass sich der Wortschatz exponentionell vergrösserte. Und es ist ja wohl klar, welche Wörter man in einer Fremdsprache im „richtigen Leben“ lernt 🙂 .

Kurz vor der Matura kam ich zurück in die Schweiz und ans Gymnasium. Natürlich verwendete ich die gängigen Vokabeln aus Florenz im Italienischunterricht. Vor allem ein Wort hatte es mir angetan. Der Klang dieses Wortes gab mir regelmässig ein gutes Gefühl, liess mich gleichzeitig strahlen und runterfahren. Ein Wohfühlwort 🙂 .

Als dieses Wort jedoch das erste Mal meiner Professoressa d’italiano zu Ohren kam, mamma mia. … Ihre Gesichtsfarbe änderte sich beinahe im Sekundentakt und die Schnappatmung war unüberhörbar. Sie beschwor mich händeringend, dieses Wort unter gar keinen Umständen an meiner Maturitätsprüfung zu erwähnen, am besten überhaupt gar nie mehr in meinem ganzen Leben …

Klang und Magie

Ich habe dieses Wort tatsächlich nie mehr ausgesprochen. Das ist allerdings auch nicht nötig. Der Klang eines Wortes zeigt seine Magie bereits, wenn es gedacht oder gelesen wird.

Wörter sind aus Buchstaben geformt und in Klang und Rhythmus gebracht. Unsere Ohren nehmen ihre Magie wahr, aber auch unsere Augen (die innern und die äusseren) entziehen sich ihr nicht.

Anleitung zum Verfassen einer schriftlichen Arbeit am Bsp. Migrationsportrait- 7 Schritte und ein Zeitplan

Seit Ende August besuchst du die 3. Sek, dein letztes Schuljahr der obligatorischen Schule hat begonnen. In diesem Schuljahr wirst du im Rahmen des Projektunterrichts zwei grössere, schriftliche Arbeiten (Migrationsportrait und Dokumentation deiner Projektarbeit) verfassen. Vielleicht fragst du dich, wie du das schaffst und trotzdem nicht auf Freizeit verzichten musst.

Das ist eine sehr gute Frage. Um dich zu unterstützen, habe ich diese Anleitung zum Verfassen schriftlicher Arbeiten ausgearbeitet. Ich werde dir 7 Schritte verraten, damit du termingerecht fertig wirst. Zusätzlich findest du am Ende dieses Dokuments einen exemplarischen Zeitplan für das Migrationsprojekt. Er zeigt dir auf, wie du die Aufgaben über die 13 Wochen verteilen kannst.

Bei der Erarbeitung des Migrationsportraits wirst du alle Phasen einer schriftlichen Arbeit exemplarisch durchlaufen. Diese Anleitung hilft dir also nicht nur jetzt, sondern soll dir aufzeigen, wie du schriftliche Arbeiten in der Zukunft planen und organisieren kannst. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei deinem Text um das Migrationsportrait, die Dokumentation deiner Projektarbeit, die Vertiefungsarbeit am Ende der Lehre oder die Maturitätsarbeit handelt.

Der Ablauf einer schriftlichen Arbeit bleibt immer derselbe. Nutze die Gelegenheit und lass dich mit Hilfe der Anleitung zum Verfassen schriftlicher Arbeiten auf das Abenteuer der schriftlichen Arbeiten ein. Halte dich an die 7 Schritte und deinem Erfolg steht nichts im Wege.

Migrationsportrait

Du kennst sicher verschiedene Personen, die in die Schweiz oder von der Schweiz in ein anderes Land gezogen sind. Vielleicht hast du diese Situation auch bereits selbst erlebt. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen: Liebe, politische Situation, bessere Arbeitsbedingungen

In den nächsten Wochen beschäftigst du dich mit dem Leben einer von dir gewählten Person und schreibst über sie ein Portrait. Vor dir liegt die Anleitung, wie du in einfachen 7 Schritten zu deinem Migrationsportrait gelangst.

Dabei wirst du an folgenden Lernzielen arbeiten:

  • Du schreibst das Portrait selbständig.
  • Du planst und teilst deine Arbeit so ein, dass dir genügend Zeit für die Überarbeitung des Textes bleibt.
  • Du überarbeitest deine Arbeit inhaltlich und sprachlich sorgfältig.
  • Du schreibst die Arbeit am Computer und wendest das Programm Word an.

 

1. Schritt – Wähle eine Person mit einer Migrationsgeschichte

Du porträtierst eine Person, die eine Migrationsgeschichte zu erzählen hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person in die Schweiz eingewandert oder von der Schweiz in ein anderes Land ausgewandert ist.

Die gewählte Person muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie war zum Zeitpunkt ihrer Auswanderung älter als 20. Das bedeutet, dass sie nicht als Kind mit ihren Eltern ausgewandert ist, sondern alleine.
  • Sie lebt seit mindestens 5 Jahren im neuen Land.
  • Es handelt sich bei der Person nicht um deine Mutter oder deinen Vater.

Überlege dir, wen du interviewen könntest. Stammt jemand aus einem Land, das dir unbekannt ist und von dem du mehr wissen möchtest? Kennst du eine Person, über die du gerne mehr erfahren möchtest? Notiere dir mindestens fünf Namen von möglichen Interviewpartner:innen. Das können Arbeitskolleg:innen deiner Eltern oder Geschwister, Nachbar:innen, Lehrpersonen, Eltern deiner Klassenkolleg:innen u.v.m. sein.

Erkundige dich bei den Personen, ob sie bereit sind für ein ca. einstündiges Gespräch (und evt. weitere Nachfragen). Du musst auch erwähnen, dass du das Gespräch aufzeichnest.  Mit diesen Informationen verfasst du das Portrait, das deine Lehrpersonen lesen werden. Dazu brauchst du die Einwilligung deiner Interviewperson.

Entscheide dich anschliessend für eine Person.

2. Schritt – Bereite einen Fragenkatalog für das Interview vor

Damit du über genügend Informationen verfügst, erstellst du vor dem Interview einen Fragenkatalog. In deinem Migrationsportrait bearbeitest du folgenden Themen:

  • Herkunft
  • Grund für die Auswanderung und Abreise
  • Ankunft in der neuen Heimat
  • Einleben und Integration in der neuen Heimat
  • Heute / Zukunftspläne

Formuliere zu jedem Themenblock 4-5 offene Fragen. Offene Fragen sind Fragen, die nicht mit einem einzelnen Wort oder ja/nein beantwortet werden können. Beginne die Fragen mit einem Fragepronomen (W-Wort), dann können dir die Personen mehr erzählen. Notiere dir auch, wie du nachfragen oder nachhaken kannst, um an mehr Informationen zu gelangen.

Je besser du dich auf das Interview vorbereitest, desto einfacher wird dir anschliessend das Schreiben fallen.

3. Schritt – Vereinbare einen Termin für das Interview

Wähle dir einen Ort und einen Zeitpunkt, damit du das Interview in Ruhe durchführen kannst. Überlege dir auch, in welcher Sprache du das Interview führst.

Plane genügend Zeit (ca. eine Stunde) für das Interview ein. Stelle deine Fragen und lass dir möglichst viel erzählen. Je mehr Beispiele und Erklärungen dir erzählt werden, desto besser und ausführlicher wird dein Portrait.

Überprüfe vor dem Interview, ob dein Aufnahmegerät eine gute Qualität liefert. Nimm das Interview auf oder filme es, damit du später während des Schreibens darauf zurückgreifen kannst. Wenn möglich, sichere das Interview ein zweites Mal, damit du sicherlich immer Zugang zu der Datei hast.

Frage deine Interviewperson, ob du ihren tatsächlichen Namen in deiner Arbeit verwenden darfst oder ob sie ein Pseudonym wählen möchte.

4. Schritt –  Schreibe regelmässig

Das Interview bildet die Grundlage deiner Texte. Aus den gewonnenen Informationen kannst du nun mit dem Formulieren deiner Texte beginnen. Deine Arbeit besteht aus fünf Kapiteln (Hauptteil) sowie einer Einleitung und deinem Fazit. Schreibe zu jedem dieser sieben Kapitel zwischen einer halben bis einer ganzen Seite.

Die Schritte 4 – 6 machst du abwechselnd. Hast du einen Text geschrieben, lässt du ihn coachen. In der Zwischenzeit schreibst du weiter. Betrachte dazu auch den Zeitplan, den du dir erstellt hast oder den du von mir übernimmst.

Formatiere bereits von Anfang an korrekt:

  • Schriftart Verdana
  • Schriftgrösse 12
  • Zeilenabstand 1.5

Speichere die einzelnen Texte in separaten Dokumenten bei onedrive ab. Bezeichne das Dokument mit dem korrekten Titel und deinem Namen sowie der Klasse. Beispiel: Kapitel 1 Susanna BC3d
Dieses Vorgehen garantiert die eine bessere Übersicht und du hast jederzeit Zugriff auf deine Dateien.

– Inhaltsangaben

Ich habe dir mögliche Inhaltsangaben formuliert, die in deinen Texten vorkommen können. Natürlich kannst du sie jederzeit erweitern und anpassen.

Kapitel 1: Herkunft
Wo hat die Person vor ihrer Auswanderung gelebt, Verhältnisse. Karten anfügen, Informationen über Land / Region.

Kapitel 2: Grund für die Auswanderung und Abreise
Welchen Grund gab es? Wie hat die Person die letzte Woche und/oder den letzten Tag verbracht? Was hat sie eingepackt, was musste sie zurücklassen?
Was waren die Hoffnungen, Fragen, Bedenken?

Kapitel 3: Ankunft in der neuen Heimat
Wie reiste die Person? Was waren die ersten Eindrücke im Zielland? Was fiel auf?

Kapitel 4: Einleben und Integration in der neuen Heimat
Was war neu, was hat beeindruckt? Was fehlte, was wurde vermisst?
Was/Wer half beim Einleben? Was hat diese Person unternommen, um „heimisch“ zu werden?

Kapitel 5: Heute / Zukunftspläne
Wird diese Person bleiben, hat sie vor in ihr Herkunftsland zurückzugeben? Warum?

Einleitung
Begründe, warum du dieses Migrationsportrait schreibst.
Weshalb hast du dich für deine Person entschieden?
Welche Erwartungen hattest du, bevor du mit der Arbeit begonnen hast?

Fazit
Welche Fakten aus dem Portrait haben dich besonders beeindruckt?  Was hast du während dieser Arbeit Neues gelernt und erfahren?
Was fiel dir leicht, wo hattest du Schwierigkeiten? Was würdest du bei einer ähnlichen Aufgabe ändern?

5. Schritt –  Lass deinen Text regelmässig coachen

Sobald du einen Text geschrieben hast, lässt du ihn coachen. Durch die Rückmeldungen erfährst du, worauf du bei den Folgetexten achten kannst. Dadurch wird dir das Schreiben mit der Zeit immer leichter fallen.

Beim Coaching geht es nicht um Grammatik, sondern um den Inhalt, den roten Faden, die Aussage deines Textes. Ein guter Text besticht durch Verständlichkeit, Logik und einen angenehmen Lesefluss. Gutes Textcoaching besteht aus einem Austausch von Ideen, Gedankenanstössen, Gesprächen über deinen Text.

Peer-Feedback
Frage deine Geschwister oder jemand deiner Kolleg:innen, ob sie deinen Text liest. Dabei darf nur auf den Inhalt geachtet werden. Bitte um eine Rückmeldung zu positiven, negativen Aspekten sowie Verbesserungsvorschlägen. Enthält der Text Löcher, ist er informativ und spannend?

Schreibzentrum
Schicke deine Texte ans Schreibzentrum (schreibzentrum@osa.ch). Ich werde deinen Text coachen. Das bedeutet, dass ich ihn genau lesen, die Aussagen hinterfragen und dir Angaben mache, wie du ihn verbessern kannst. Normalerweise bespreche ich meine Rückmeldung in einem Gespräch mit dir, damit du nachfragen kannst. Es ist allerdings auch möglich, dass ich dir die Rückmeldung schriftlich gebe.

6. Schritt – Überarbeite deine Texte

Gute Texte entstehen durch mehrfaches Überarbeiten. Nimm die Rückmeldungen aus dem Peer-Feedback oder vom Schreibzentrum und überarbeite deinen Text sorgfältig und gewissenhaft. Erkläre genauer, führe zusätzliche Informationen an, streiche überflüssige Stellen. So optimierst du deinen Text Schritt für Schritt. Wenn die Überarbeitung beendet ist, lass ihn erneut coachen.

Durch deine Überarbeitungen wird dein Text auch sprachlich besser. Du wirst Synonyme, passende Begriffe, korrekte Präteritumformen sowie unterschiedliche Satzanfänge verwenden.
Die Überprüfung auf Rechtschreibung und Interpunktion erfolgt erst am inhaltlich fertigen Text.

7. Schritt –  Finish und Abgabe

Das ist der letzte Schritt deines Migrationsportraits. Kontrolliere nochmals, ob du alle Vorgaben umgesetzt hast (vgl. die Dokumente: Inhalt, Formatierungsvorgaben, Beurteilungskriterien). Füge nun die überarbeiteten, fertigen Texte in die Dokumentenvorlage ein, ergänze mit Bildern. Druck dein Migrationsportrait aus und lies es nochmals durch. Stimmt alles? Bist du zufrieden?

Herzliche Gratulation – du kannst dein Portrait nun abgeben.

Exemplarischer Zeitplan

Insgesamt stehen dir für dein Migrationsportrait 13 Wochen zur Verfügung, während derer du am Portrait arbeiten kannst. Du arbeitest selbständig, musst dir deine Arbeit einteilen und in der Freizeit schreiben.

Ich habe dir hier einen exemplarischen Zeitplan erstellt, der dich in kleinen Schritten an dein Ziel bringen wird. Ob du dich daran hältst oder nicht, liegt einzig allein bei dir.

  • Woche 1: Interviewperson finden
  • Woche 2: Fragenkatalog erstellen
  • Woche 3/4: Interview durchführen
  • Woche 5: Kapitel 1 schreiben, Text coachen lassen
  • Woche 6: Text überarbeiten, Kapitel 2 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 7: Texte überarbeiten, Kapitel 3 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 8/9 (Ferien): Texte überarbeiten, Kapitel 4+5 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 10: Texte überarbeiten, Einleitung schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 11: Texte überarbeiten, Fazit schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 12: Texte überarbeiten, evt. nochmals coachen lassen, in Vorlage einfügen, Bilder ergänzen
  • Woche 13: Finish, Kontrolle -> Abgabe 🙂

Formale Vorgaben

Formatiere sämtliche Dokumente nach den folgenden Angaben

  • Schriftart Verdana
  • Schriftgrösse 12
  • Zeilenabstand 5

Speichere deine Einzeldokumente während der ganzen Arbeitszeit auf OneDrive ab. Setze keine Titel, ändere keine Formatierung.

Wenn alle Einzeldokumente fertig geschrieben und überarbeitet sind, kannst du sie in die Dokumentenvorlage einfügen.

Wähle einen aussagekräftigen Titel für deine Arbeit sowie ein passendes Bild und füge beides auf der ersten Seite ein.

Du darfst keine Bilder aus dem Internet kopieren. Entweder verwendest du ein privates Bild oder eines von einer Seite mit kostenlosen Bildern (beispielsweise pixabay.com).

Inhalt des Dossiers Migrationsportrait

Titelseite           enthält Titel, Name, Datum und Bild

Einleitung          mind. 1000 Zeichen (mit Leerzeichen)

Hauptteil           mind. 5000 Zeichen (mit Leerzeichen)

Fazit                  mind. 1000 Zeichen (mit Leerzeichen)

 

 

 

 

 

 

Anleitung – In 7 Schritten zu einer Lernspur über Faktenwissen

Mit dieser Anleitung und in nur sieben Schritten gelangst du zu einer Lernspur über Faktenwissen, auf die du stolz sein kannst.

Wir haben im Unterricht einen Filmbeitrag geschaut, über den du eine Lernspur verfasst. Der Schwerpunkt liegt auf dem Faktenwissen. Welche Tatsachen hast du erfahren, welche Informationen sind neu? Wie gewohnt ist es dir überlassen, worauf du dich konzentrierst und wie du deine Ergebnisse darstellt.

Schritt 1 – Mach Notizen

Für deine Lernspur brauchst du aussagekräftige, starke Notizen. Folge dem Film aufmerksam und konzentriert. Notiere dir Stichwörter, Satzteile. Evtl. hast du sogar Zeit noch einige Ideen aufzuschreiben.

Ergänze deine Notizen, wenn ihr euch in der Tischgruppe oder im Plenum austauscht.

Schritt 2 – Ordne deine Notizen verschiedenen Unterthemen zu      

Du brauchst dazu verschiedene Marker oder Farbstifte und deine Notizen. Nun markierst du alle Stichworte eines Themas mit derselben Farbe. Wenn du nicht sicher bist, zu welchem Thema eine Notiz passen könnte, dann lass sie unmarkiert. Vielleicht kannst du sie später klar zuordnen

Mit dieser Methode gelangst du zu Unterthemen. Notiere sie dir am Ende markiere sie ebenfalls mit der passenden Farbe. Hast du schon eine erste Idee für einen passenden Titel?

Schritt 3 – Strukturiere die einzelnen Themen

Betrachte dir nun die Notizen des ersten Unterthemas genau. Kannst du einen Ablauf in die Stichworte bringen? Du kannst diese in einem Mindmap darstellen oder die Stichworte ausschneiden und in die richtige Reihenfolge bringen. Wenn dir noch weitere Informationen einfallen, notiere sie ebenfalls.

Schritt 4 – Bringe deine Themen in einen logischen Ablauf

Du hast jetzt eine Ahnung, worüber du in der Lernspur schreiben wirst. Bring die Unterthemen in einen logischen Ablauf. Beginne bei allgemeinen Informationen und wende dich anschliessend den spezifischeren zu. Ist dir schon klar, wie der Titel deiner Lernspur lauten könnte?

Schritt 5 – Suche Zusatzinformationen und Bilder

Bilder unterstützen die Aussagen deiner Lernspur. Wenn du möchtest, kannst du danach suchen.

Vielleicht gibt es Wörter, die du nicht verstehst oder du möchtest zu einem Unterthema noch mehr wissen. Recherchiere, aber begrenze die Zeit, die du dafür aufwendest.

Schritt 6 – Beginne die Lernspur zu formulieren

Jetzt bist du bereit, mit dem Schreiben deiner Lernspur zu beginnen. Nimm dir dafür genügend Zeit und suche einen ruhigen Platz. Es macht Sinn, dein Handy in einem anderen Zimmer zu deponieren, dass du wirklich nicht abgelenkt wirst.

Schreibe langsam und achte auf sorgfältige Formulierungen. Hilfreich ist, wenn dein Text inhaltlich und optisch gut aufgearbeitet ist.

Schritt 7 – Freue dich über die gute Rückmeldung

Deine Motivation, dein Engagement sowie die aufgewendete Zeit zahlen sich aus. Du kannst stolz auf deine Lernspur und deine Leistung sein. Freu dich über die positive Rückmeldung und das Lob deiner Lehrperson.

 

Meine 12 von 12 im August 2021

Wie an jedem 12. des Monats mache ich an der alten Blogger:innen-Tradition mit, meinen Tag mit 12 Bildern zu dokumentieren.

Der Tag begann geruhsam und friedlich.

Morgenstimmung

Ich hatte dieses Jahr von einem Freund eine kleine Basilikum-Pflanze erhalten. Ehrlich gesagt, Basilikum hat bei mir noch nie lange überlebt. Ich behandelte ihn zwar immer sehr liebevoll und schenkte ihm viel Aufmerksamkeit, aber er zog es regelmässig vor einzugehen.
Aber nicht so dieses Jahr. Ob es daran liegt, dass René die Pflanze selbst gezogen hat und sie deshalb bereits mit sehr viel Liebe ausgestattet zu mir kam oder ob sich mein Karma verändert hat … Auf jeden Fall hat mein Basilikum überlebt und sich zu einem richtigen Basilikumstrauch entwickelt. Deshalb begann ich heute mit der Verarbeitung.

In den letzten Monaten ist mir klar geworden, dass ich mir bewusste Auszeiten erlauben und nehmen muss. Je öfter ich das mache, desto leichter fällt es mir und ich entschuldige auch immer weniger dafür.
Dazu gehört auch das Kochen oder Rezepte anschauen, anpassen, durchdenken …

Auf der Suche nach Inspirationen

(Selbst)liebe geht nicht nur den Magen … Es gibt in meinem Leben auch Menschen wie Ilaria, die mich durch ihr Talent zum Strahlen bringen.

.. bis Fuss.

Um das schöne Wetter richtig zu geniessen, nahm ich einen Umweg durch den Wald nach Hause.

Ein sommerlicher Znacht mit viel Gemüse aus dem Garten.

lecker 🙂

Morgen feiert meine Mutter ihren 80. Geburtstag, weshalb wir erst mit ihr zmörgelen und anschliessend einen Ausflug in die Berge machen. Daher buk ich ausnahmsweise bereits heute Abend.

Und damit ist der 12. August vorbei. Ein Tag, der so geruhsam und friedlich endete, wie er begann. Gefüllt mit viel Sonne und wunderschönen Momenten.

SEO und Yoast – Tipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten

SEO und Yoast – Tipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten. Dieser Artikel zeigt dir auf, wie du ohne Schwierigkeiten grüne Ampeln für deine Blogartikel erreichst. Egal, ob dein Artikel Sinn ergibt oder nicht. Du glaubst mir nicht? Dann schau dir doch diesen Text an, der ausschliesslich aus lalala besteht und zweimal grüne Ampeln kriegte 🙂 .

Yoast – Tipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten

– Bindewörter

In der Grammatik werden die Bindewörter Konnektoren oder Konjunktionen genannt.
Hier einige Beispiele von Konnektoren. Weitere findest du hier.

  • aber, als, als dass als ob, als wenn, anstatt dass, ausser, auch
  • bevor, beziehungsweise, bis
  • da, dass, denn, desto, damit, doch
  • ehe, eh, entweder, oder, einerseits, andererseits
  • falls, ferner
  • indem, indessen, indes, insofern, insoweit, soweit
  • je, jedoch
  • nachdem

– Passive Sätze

Beim Passiv sind die handelnden Personen nicht bekannt, nicht wichtig oder nicht vorhanden.
Hier einige Beispiele von Passivsätzen

  • Dieser Artikel wird gelesen.
  • Meine Schlussfolgerungen werden in Frage gestellt.
  • Die Ampeln wurden auf grün geschaltet.
  • Die Blog-Dekade ist bald beendet

Yoast mag Passiv-Sätze nur, wenn sie nicht mehr als 10% des Artikels ausmachen. Was ist bloss an Passiv so schlimm? Denn Yoast interessiert sich in keinster Form für Rechtschreib- oder Kommafehler, fehlende Textkohärenz oder inhaltliche Abstrusitäten. Und darum heisst es, mit aktiven Sätzen weiterzuschreiben. Solange, bis Yoast glücklich ist. Solange, bis Yoast die Ampel auf grün schaltet.

 

– Lesefreundlichkeit

 

Der Lesbarkeitsindex (Flesch-Reading-Ease) gibt an, wie leicht oder schwer ein Artikel für die Leser:innen zu verstehen ist.  Je höher der Wert, desto einfacher ist der Text zu lesen. Aktuell findet Yoast, dass dieser Text 59,9 erreicht. Dieser Wert sagt aus, dass er für Schüler:innen ab Klasse 10 geeignet ist, mit gemässigter Anstrengung.

An diesem Punkt stellt sich mir die Frage, für wen ich meine Texte schreibe. Für pubertierende Jugendliche oder etwa doch für Erwachsene?

Zwei Gedichte, die ich mit besagten Jugendlichen behandle, werden viel höher bewertet. So kommt der Panther von Rainer Maria Rilke auf 76 und Ottos Mops von Jandl auf einen Wert von 88.

 

– Satzlänge

 

Je nachdem, wo du nachschlägst, findest du unterschiedliche Angaben. Für die optimale Verständlichkeit werden 9 Wörter empfohlen. Puh, da hatte ich ja Glück, dass der erste Satz dieses Absatzes nicht darüber lag. Mein dritter Satz ist zwar länger, wird aber durch ein Komma abgetrennt. Aber aufgepasst – mehr als zwei Kommata dürfen es ebenfalls nicht sein, sonst werde der Satz unverständlich und die Leser:innen verlören den Überblick. Sagen zumindest die Experten. Und solltest du den Überblick inzwischen verloren haben, liegt es daran, dass dieser Satz mehr als die maximal erwünschten 20 Wörter enthält.

 

– Aufeinanderfolgende Sätze

 

Dass Satzanfänge variieren sollen, lernten wir mithilfe der Verschiebeprobe (Umstellprobe) bereits in der Schule. Allerdings dient die Wiederholung von Wörter oder Satzteilen (ergo auch von Satzanfängen) auch als rhetorisches Stilmittel. Und rhetorische Stilmittel beeinträchtigen weder den Rhythmus eines Textes, noch liest er sich monoton.

Langsam aber sicher frage ich mich, was für ein Zielpublikum Yoast (und damit ich) im Auge hat. Fehlt es den Leser:innen von Blogs an Lesefertigkeiten und Intellekt?

 

– Absatzlänge

 

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Absatzlänge. Ein idealer Absatz sollte nicht länger als vier bis fünf Zeilen sein. Sonst leide die Leseflüssigkeit. Echt jetzt? Also mein Lesefluss wird massiv gestört, wenn ein Artikel beinahe mehr Titel als Text enthält. Aber mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich sonst die fünf Zeilen überschreite.

 

– Verteilung von Zwischenüberschriften

 

Da die Absätze möglichst kurz gehalten werden sollen, müssen Zwischenüberschriften eingefügt werden. Viele Zwischenüberschriften. Dann sieht auch das Inhaltsverzeichnis nach einem sehr umfangreichen und inhaltlich guten Artikel aus. Dass dieser Schein auch trügen kann, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.

SEO – Tipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten

– Externe Links

SEO mag externe Links, das heisst Verweise auf andere Seiten des Internets. Einige davon kommen in diesem Artikel bei den Yoast-Kriterien vor.

– Interne Links

Genauso gerne wie externe mag SEO interne Links. Interne Links verweisen auf meine eigenen Artikel. Darum habe ich am Ende des Textes noch einen reingebastelt. Nicht, weil er wirklich notwendig wäre. Aber darum geht es ja nicht. Es geht um die grüne Ampel!

– Länge der Schlüsselphrase

Das empfohlene Maximum für die Keyphrase sind 4 Wörter. Welche Wörter gezählt werden, kannst du überprüfen, wenn du dir die Keyphrasendichte anschaust. Klick auf das Augen-Symbol und die Wörter werden dir in deinem Text farbig angezeigt.

Aber die gute Nachricht: Dieser Artikel hat eine Schlüsselphrase, die 6 Wörter lang ist: SEO und YoastTipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten. Das ergibt eine orange Ampel für diesen Punkt. Allerdings hat das keinen Einfluss auf das Endergebnis.

– Schlüsselphrase in Überschrift

Interessanterweise weist mich SEO daraufhin, dass dieser Artikel keine exakte Entsprechung enthalte und schlägt mir vor, die Keyphrase in den SEO-Titel zu übernehmen und die Überschrift mit der Schlüsselphrase zu beginnen. Es ist zwar beides vorhanden, aber SEO scheint das zu ignorieren und vergibt eine weitere orange Ampel.

– Keyphrase in Zwischenüberschriften

Und jetzt kommt der Hammer. Dieser Punkt bringt mir eine rote Ampel ein. Aber das ist mir egal. Erstens will ich nicht noch mehr aufwändige Titel formulieren und zweitens ist die Gesamtbeurteilung nach wie vor grün!

Diese zusätzlichen Tipps bringen dich Yoast und SEO noch näher

– Modalverben

 

Um deinen aktuellen Blogartikel weiter zu optimieren, müssten die Modalverben verschwinden oder zumindest reduziert werden. Denn, was ich bisher noch nicht wusste, Modalverben stellen Aussagen grundsätzlich in Frage. Jetzt mal Hand aufs Herz, klänge der erste Satz so besser? Um deinen aktuellen Blogartikel weiter zu optimieren, lass die Modalverben verschwinden oder reduziere sie zumindest.

 

– Füllwörter

 

Füllwörter sind fast genauso schlimm wie Modalverben. So wird mir beispielsweise geraten in dem Satz „Nimm dir mindestens genauso viel Zeit für die Überarbeitung deiner Texte und die Rechtschreibung wie für SEO und Yoast“, das Wort mindestens zu streichen. Werde ich sicherlich nicht machen. Mein Tipp lautet ja nicht  „Nimm dir genauso viel Zeit“, sondern eben „Nimm dir mindestens genauso viel Zeit“.

 

– Lesezeit

 

Wenn du meinen Text als Ganzes liest, dann investierst du (oder vergeudest – je nach Standpunkt) 5, 18 Minuten deiner Lebenszeit. Das ist nicht optimal. Menschen, die Zeit beim Lesen vergeuden wollen, lesen ein Buch oder die Zeitung. Blogartikel sind keine Genussmittel. Deshalb – schreib ja nicht zu lange Artikel!

Meine persönlichen Tipps für einen wirklich guten Artikel

Du bist am Ende meines Artikels SEO und Yoast – Tipps für grüne Ampeln ohne Schwierigkeiten angelangt.

Natürlich komme ich nicht umhin, dir am Ende noch meine ganz persönlichen Ansichten über gute Artikel mitzuteilen. Es geht in deinen Artikeln um viel mehr als grüne Ampeln.

-> Kümmere dich in um einen guten, sinnvollen Inhalt, mit Leseführung und einem roten Faden, ohne inhaltliche Löcher.

-> Nimm dir mindestens genauso viel Zeit für die Überarbeitung deiner Texte und die Rechtschreibung wie für SEO und Yoast.

Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du dich beispielsweise an mich wenden. Ich bin ausgebildete Schreibberaterin und helfe dir gerne weiter. Und somit habe ich auch noch einen internen Link gesetzt – SEO liebt mich inzwischen heiss und innig 🙂 .

Monatsrückblick Juli – Reisen imaginär und konkret

Dieser Monatsrückblick hat sich zu einem wahren Bilderreigen entwickelt. Und was mir auch noch aufgefallen ist: Meine Klassen kriegen wirklich abwechslungsreichen Unterricht :-).

… auf zu den Wölfen Sibiriens

Nachdem unser Trip in die Kälte Sibiriens seit April 2020 mehrmals verschoben werden musste, kamen wir im Juli endlich in den Genuss des Hörtheaters und Sprechtrainings mit den Schauspieler:innen Silke Roca und Peter G. Diermeier. Ein Highlight für jede Klasse und Lehrperson!

In einem ersten Teil entführten uns die beiden Schauspieler:innen in den kalten Winter Sibiriens. Die Geschichte „Die Belagerung“ von Martin Baltscheit basiert auf einer wahren Begebenheit: Im Dezember 1927 belagerten Wölfe das sibirische Dorf Pilowo, töteten zunächst alle Wachhunde und holten sich dann Frauen und Kinder aus Häusern, die am Rande des Weilers lagen. Es wird berichtet, dass die Wölfe schliesslich sogar Türen aufbrachen und die Dorfbewohner in ihren Häusern attackierten. Erst ein Schutztrupp der Armee konnte verhindern, dass die Wölfe den ganzen Ort auslöschten.

Konzentriert und fasziniert lauschten die Jugendlichen der szenischen Lesung von Silke und Peter. 50 Minuten lang gebanntes Zuhören, sich von der Handlung und den Emotionen tragen lassen und dabei völlig die Zeit vergessen.

Im zweiten Teil probierten die Jugendlichen dann in kleinen Gruppen, versehen mit vielen Tricks und Tipps von Silke und Peter aus, wie es wirkt, kurze Texte selber szenisch zu lesen. Der junge Wolf klang plötzlich verspielt, mutig und sprach Schweizerdeutsch, während der alte stöhnend und frierend seine Sätze äusserte. Es war alles erlaubt, von Beatboxen über Rappen, automatischem Staccato-Lesen bis hin zur Babysprache.

Die Schüler:innen machten begeistert mit, probierten verschiedene Ideen aus und überwanden am Ende auch ihre Hemmungen und Ängste, indem sie ihre Produktionen vor der ganzen Klasse präsentierten.

Fabiana und Nik absolvieren ihr Praktikum P2 bei uns

Spannend und ereignisreich ging es weiter. Nik und Fabiana absolvierten im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sekundarlehrperson I der Pädagogischen Hochschule Zürich ihr zweiwöchiges Praktikum P2 bei mir und meinen Klassen. Während vier Semestern haben sie sich mit theoretischen Grundlagen und Fachdidaktiken beschäftigt, aufgrund von Corona ihr Praktikum 1 verpasst und jetzt ging es endlich in die Praxis.

Bereits der erste Kontakt verlief sehr entspannt und trotzdem arbeitsintensiv. Wir sassen zu viert im Garten und sie stellten uns ihr Programm für das Praktikum vor. Dabei fragten sie gezielt und interessiert nach den Besonderheiten und den unterschiedlichen Stärken der Schüler:innen, aber auch über ihren Kenntnisstand in den verschiedenen Fächern und vor allem auch in Medien und Informatik nach. Es kam zu einem regen Austausch von Ideen und Diskussionen über handlungsorientierten Unterricht. Ich war beeindruckt, wie seriös sich Nik und Fabiana bereits im Vorfeld Gedanken über Kompetenzen und mögliche Lernziele sowie deren Umsetzungen gemacht hatten.

Ein Beispiel aus dem Fach Religion/Kultur/Ethik:
Fabiana und Nik behandelten das Thema «Werte». Dabei verknüpften sie ihr fachspezifisches Wissen ausgezeichnet mit der aktuellen Lebenswelt von Zweitklässler:innen, die sich in der Berufswahl ganz explizit mit eigenen und gesellschaftlichen Werten auseinandersetzen (müssen).

Mit dem Einbezug der iPads und der Einführung einer neuen App wurde eine Lernsituation geschaffen, welche meine Klassen faszinierte und gleichzeitig motivierte sich mit dem Lerngegenstand gründlich auseinanderzusetzen. Durch das Darstellen der Collage mit ihren fünf persönlichen Werten konnten sich die Schüler:innen als selbstwirksam erleben, was durch ihren individuellen Videobeitrag, in dem sie die Wahl ihrer Werte begründeten, noch verstärkt wurde. Die unterschiedlichen Herangehensweisen ermöglichten eine vertiefte und persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema, was sich auch in den Endprodukten widerspiegelte.

In ihren Planungen versuchten sie individuellen Entscheidungen seitens der Schüler:innen Platz zu geben, um deren Motivation zu fördern. Gut gelang dies bei den Werte-Collagen. Die Rahmenbedingungen waren klar vorgegeben, über den Inhalt durften die Schüler:innen aber frei und individuell entscheiden. Schüler:innen, die ihren Auftrag schneller beendeten, wurden als Expert:innen eingesetzt. So fand ein Peer-Coaching statt, indem sich die Schüler:innen gegenseitig unterstützten, einander halfen und sich zu qualitativ besseren Leistungen verhalfen.

Die beiden Studierenden haben unglaubliche Arbeit geleistet. Obwohl sie erst in knapp in der Mitte ihrer Ausbildung stehen, schafften sie es, den Schüler:innen guten, attraktiven handlungs- und kompetenzorientierten Unterricht zu bieten.

Happy Birthday Frau Gloor

Wenn es um Geburtstagsfeier geht, dann sind unsere Schüler:innen einsame Klasse. Im Dezember überraschten sie mich mit einer Feier, bei der ich sogar zur Königin.

Dieses Mal galt die Ehre unserer Schulassistentin Sibylle Gloor. Bei den Vorbereitungen sprudelten die Ideen nur so: Kahoot mit Fragen über alle Schüler:innen, einen Postenlauf über das Schulareal, Fotocollagen, Dekoration des Schulzimmers und als Highlight der sensationellste Schokoladenkuchen, den ich je gesehen und gegessen habe!

Sommerferien in der Schweiz

Endlich Ferien! Nachdem wir uns letztes Jahr kurzfristig (und ehrlich gesagt auch nicht sonderlich begeistert) für Ferien in der Schweiz entschieden hatten, sah es dieses Jahr völlig anderes aus. Ich freute mich uneingeschränkt auf einen erneuten Urlaub in der Schweiz.

Wir starteten bei strahlend blauem Himmel in Arosa und besuchten das Bärenland. Abends gings in den Güterschuppen – ich liebe dieses Restaurant! Am nächsten Tag gelangten wir über zwei Pässe nach Interlaken.

Auf dem Weg in die französische Schweiz machten wir Halt am Glacier 3000. Also ich getraute mich dann schliesslich doch nicht über die Brücke. Es sieht in Natura noch eindrucksvoller als im Film aus. Aber für die Foto stellte ich mich immerhin hin :-).

In Montreux, unserer nächsten Station, besuchten wir das Schloss Chillon. Ich weiss nicht, weshalb, aber seit ich ein Kind bin, wollte ich dieses Schloss besuchen. Und endlich wurde dieser Traum wahr. Drei Stunden lang liessen wir uns in vergangene Zeiten zurückversetzen, bevor wir uns am Abend mit meinem Bruder und meiner Schwägerin trafen, die zufälligerweise ihre Ferien auch in Montreux verbrachten.

Weiter ging es nach Murten, wo wir die zweite Woche unserer Ferien bei Freunden verbrachten.

Was mich im August alles erwartet

  • Die Schweiz feiert Geburtstag und wir unser 27. Jubiläum als Paar :-).
  • Vom 1. – 10. August findet die Blog-Dekade statt. Jeden Tag einen Block-Artikel verfassen und veröffentlichen. Klingt spannend, aber auch beunruhigend. Soll ich da wirklich mitmachen? Habe ich genügend zu erzählen? Werden die Artikel auch gelesen? Entsprechen sie meinen Kriterien von guten Artikeln, wenn ich nicht stundenlang daran rumschrauben kann?
  • Am 13. August feiert meine Mutter ihren 80. Geburtstag. Endlich wieder eine Familienfeier – ich freue mich sehr darauf!!
  • Am 23. August beginnt das neue Schuljahr. Neben den regulären Fächern gibt es eine nicht geringe Menge, die sich die 3. Klässler:innen aus der Wahlfachliste auswählen konnten. Ich werde mich daher zuerst auf die Wahlfächer Französisch Konversation, Italienisch, Deutsch Schreiben und Religion/Kultur/Ethik.
  • Ende August findet der Einführungsnachmittag der Intensiv-Weiterbildung statt. Ich freue mich darauf, bedeutet es doch, dass ich im Frühjahr 2022 definitiv 7 Wochen in Italien verbringen werde.

Worüber ich im Juli geschrieben habe

Im Juli schrieb ich drei Beiträge:

Göttliche Speisen: Strozzapreti, Engel zu Pferde, Nonnenfürzle, Vin Santo

Gerne nehme ich euch auf einen kulinarischen Streifzug mit und stelle euch vier göttliche Speisen vor: Strozzapreti, Engel zu Pferde, Nonnenfürzle sowie Vin Santo. Das Göttliche an diesen Gerichten bezieht sich auf deren Namen (aber auch auf ihren Geschmack :-)). Diese folgenden vier meiner unzähligen Lieblingsgerichte habe ich euch in eine Speisekarte verpackt.

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Speisekarte des Monats August

Sehr geehrte Gäste
Wir heissen Sie herzlich willkommen im exklusiven Gasthaus «Göttliche Speisen». Neben den kulinarischen Gaumenfreuden erzählen wir Ihnen auch gerne etwas über die Geschichte der vier verschiedenen Göttlichen Speisen: Strozzapreti, Engel zu Pferde, Nonnenfürzle, Vin Santo.

Strozzapreti: un primo piatto gustoso

Wenn Sie Lust auf ein hausgemachtes Gericht haben, dann möchten wir Ihnen unsere Strozzapreti wärmstens empfehlen. Strozzapreti (Priesterwürger) ist ein traditionelles Pastagericht, das in regionalen Varianten in ganz Italien serviert wird.

Es gibt verschiedene Erzählungen, woher der Name dieses Gerichtes stammen könnte. Wir erzählen Ihnen an dieser Stelle gerne zwei davon.

Die Männer der Romagna standen dem Kirchenstaat und seinen Dienern feindselig gegenüber. Sie wehrten sich gegen die hohen Abgaben, verweigerten den Messebesuch und unterstrichen bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre antiklerikale Haltung. Die um das Seelenheil ihrer Liebsten besorgten Frauen suchten nach Wegen, um die Priester gnädig zu stimmen. Schon damals war bekannt, dass der schnellste Weg zum Herzen eines Mannes über den Magen führt. Warum sollte diese Wahrheit nicht auch dazu verwendet werden können, um die Priester zu versöhnen und ihre Ehemänner von dem drohenden Fegefeuer zu retten, fragten sich die Frauen. So bereiteten sie ein traditionelles Gericht aus länglichen, geschwungenen Nudeln zu, das sie den Priestern brachten. „Mögen sie doch daran ersticken!” Dieser durchaus ernst gemeinte Ausruf der Ehemänner gab dem unschuldigen Pastagericht diesen speziellen Namen.

Eine andere Quelle weist darauf hin, dass Priester sehr gerne, noch lieber gut und meistens übermässig viel essen. Da konnte es durchaus vorkommen, dass sie während des Essens unter Atemnot zu leiden begannen, da ihr enges Halstuch sie würgte. Der Name Strozzapreti geht auf die Tatsache zurück, dass mehrere Fälle dokumentiert wurden, in denen Priester an diesem Pastagericht erstickten.

Engel zu Pferde: eine leckere Zwischenmahlzeit

Auch für den kleinen Hunger haben wir das passende Angebot. Wie wäre es mit einem Engel zu Pferde? Ein leckeres Spiesschen aus mit Speck umwickelten Pflaumen serviert mit Toastbrot und einer Butter-Worcestershiresauce.

Laut der Legende schlief der Teufel einmal bei brütender Hitze auf der Welt ein und wurde dabei von einem Engel entdeckt. Dieser entschloss sich, die Menschheit endgültig vom Bösen zu befreien, wickelte ihn fest in Decken und ritt mit ihm bis ans Ende der Welt. Dort angekommen warf der Engel den Teufel in den Abgrund, wo er heute noch lebt.

Nonnenfürzle: der verführerische Dessert

Die Nachspeise ist der letzte Höhepunkt eines Essens – versuchen Sie doch einmal die Nonnenfürzle. Dieses Schmalzgebäck aus dem süddeutschen Raum wird traditionell während der Karnevalszeit gegessen. Sie werden erstaunt sein, wie gut es im Sommer zusammen mit einer Kugel Eis schmeckt! Über die Herkunft des Namens dieses Gebäcks ranken sich viele Geschichten und Legenden.

Während der Fastenzeit sassen in einem Kloster die Nonnen zusammen mit dem Bischof um einen grossen, dampfenden Topf Fett. Eine Novizin hatte den Teig für die Nachspeise zubereitet. Da sie noch nicht über viel Erfahrung verfügte, war er ihr etwas zu feucht geraten. Kaum war er mit dem heissen Fett in Berührung gekommen, waren auffällige Geräusche zu hören. Der Novizin waren diese Geräusche peinlich, immerhin war ja der Bischof persönlich anwesend, weshalb sie die Küche fluchtartig verliess. Wie man sich denken kann, liess der bischöfliche Kommentar nicht lange auf sich warten. „Das klingt ja wie Nonnenfürzle“ und seitdem tragen die Krapfen ihren speziellen Namen.

Als der Bischof ein weiteres Mal zu Besuch war, soll er sich das allergrösste Gebäck aus dem Topf gefischt und sich dabei die Finger verbrannt haben. Den strafenden Blicken der Nonnen begegnete er mit einem Augenzwinkern, er habe das Fürzle der Mutter Oberin genommen.

Vin santo: der süsse Trunk

Natürlich darf auf dieser Karte der Vin santo (heiliger Wein) nicht fehlen. Dieser klassische Dessertwein aus der Toscana wird ausschliesslich aus weissen Rebsorten hergestellt. Sofort nach der Ernte werden die Trauben im heissesten aber am besten gelüfteten Teil des Weingutes aufgehängt und getrocknet – dem Dachboden. Seinen Namen erhält der Wein vom Zeitpunkt der Kelterung. Diese findet kurz vor Ostern, spätestens in der Settimana Santa (Karwoche) statt. Vielleicht gibt Ihnen unser Vin Santo einen Einblick, wie süss das Leben im Paradies sein wird.

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Wir sind am Ende der Speisekarte angekommen. Aber wir ihr wisst, liebe ich Geschichten. Und ich liebe es, zu kochen und zu essen. Was liegt also näher, als weiterhin den Mund, die Ohren und das Herz offen zu halten, damit ich euch bald über weitere Köstlichkeiten informieren kann?

Meine 5 besten Tipps für deinen perfekten Schreibfluss

Ich verrate dir hier meine 5 besten persönlichen Tipps, um in den Schreibfluss zu kommen. Es geht dabei nicht darum, wie du möglichst schnell viel schreibst, sondern wie du zu deinen ganz persönlichen Ideen gelangst. Dieser Prozess nimmt einen ähnlichen Stellenwert ein, wie die Recherche für einen wissenschaftlichen Text.

Du wirst mit der Zeit immer einfacher auf eine Vielzahl von Ideen zurückgreifen können und schon fast mühelos tolle Texte tippen :-).

Tipp 1: Schreib von Hand

Für die Ideenfindung gibt es nichts Besseres, als von Hand zu schreiben. Wenn dich interessiert, warum das so ist, dann kannst du es im vorhergehenden Link nachlesen. Handschriftliche Notizen gehören dir und sind sehr persönlich. Nicht nur der Inhalt, sondern auch deine Handschrift machen sie zu einzigartigen Zeugen deiner Persönlichkeit und deiner Kreativität. Du wirst noch nach Jahren deine Texte sofort von anderen unterscheiden können, weil du sie im wahrsten Sinne des Wortes geprägt hast.

Da wir uns heute nicht mehr gewohnt sind, regelmässig von Hand zu schreiben, gibt es noch einen anderen Vorteil, wenn du während der Ideenfindung nicht am Computer tippst. Deine Hand wird anfänglich schnell ermüden. Ist das der Fall, dann hör auf zu schreiben. Du wirst einfach das nächste Mal fortfahren :-).

Tipp 2: Mach es dir gemütlich

Egal wo und wann du schreibst, du sollst dich wohlfühlen. Als Teenager schrieb ich vor allem liegend, auf dem Bett, dem Liegestuhl, im Gras. Heute empfinde ich das als extrem unbequem.

Ich schreibe heute am liebsten am Esstisch, meinem Schreibtisch, in einer lauschigen Gartenbeiz, im Garten … Es spielt tatsächlich keine Rolle, wo du schreibst, ob du liegst, sitzt oder dich an einem Stehpult befindest.

Während des Lockdowns war Schreiben zu Hause nicht möglich, da Homeoffice und Fernstudium der restlichen Familienmitglieder zu viel Unruhe stifteten. In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, mich in den (leerstehenden) Kindergarten einer Freundin zurückzuziehen.

Probier verschiedene Positionen und Orte aus. Achte auf dich und deine Empfindungen. So findest du heraus, was für dich im Moment richtig und angenehm ist.

Tipp 3: Umgib dich mit schönen Stiften und passendem Papier

Stifte haben mich schon immer fasziniert, beinahe hätte ich geschrieben, leider. Ich schaffe es nicht, an einer Papeterie vorbeizugehen oder mich der Schreibwarenabteilung eines Kaufhauses zu entziehen. Stifte üben eine besondere Magie auf mich aus. Wie liegen sie in der Hand, wie fühlen sie sich an, wie lassen sie sich schreiben? Persönlich bevorzuge ich weiche Minen, die beinahe schon von alleine über das Papier rollen. Das motiviert meinen Geist und die Buchstaben übernehmen die Führung und manifestieren sich als Gedanken.

Genauso wichtig ist mir, worauf oder worin ich schreibe. Ich habe verschiedene Formate und Materialien ausprobiert und bin bei paperblanks hängen geblieben. Ich liebe diese leichten, flexiblen Notizbücher! Wenn ich sie in die Hand nehme, dann erfasst mich jedes Mal eine Ehrfurcht. Sie sind so schön, so edel – genau der richtige Ort, um meine Gedanken zu notieren. Und ja, ich brauche Linien. Bei unlinierten Seiten verliere ich den Schreibfluss, da beginnt es mich zu stören, wenn die Buchstaben und Wörter nicht geradeaus erscheinen.

Probiere aus, mit welchen Zubehör du dich gut fühlst und dir das Schreiben am leichtesten von der Hand geht.

Tipp 4: Finde deinen richtigen Zeitpunkt zum Schreiben

Die Vertreter:innen der Morning pages (Morgenseiten) sagen dir, dass du sofort nach dem Aufwachen schreiben sollst. Das wäre eine absolute Tortur für mich. Ich gehe den Tag gerne langsam an – bloss keinen Stress, sonst fühle ich mich den ganzen Tag getrieben.
Müsste ich morgens noch eine halbe Stunde schreiben, dann würde der Wecker bereits um 04. 30 klingeln!

Ich behaupte, es gibt keinen allgemein gültigen Zeitpunkt.  Aber es gibt den für dich richtigen Zeitpunkt. Wann hast du die Muse, dir Zeit fürs Schreiben zu nehmen? Je nachdem wie deine Tage oder Wochen ablaufen und mit festen Terminen belegt sind, verändert sich der Zeitpunkt deines Schreibens. Mal ist er am Morgen, mal am Nachmittag, vielleicht auch erst am Abend. Wichtig ist, dass du dich auf das Schreiben freust, dir Zeit nimmst und das Schreiben nicht als Zwang wahrnimmst.

Tipp 5: Gib dich dem Schreibfluss hin

Du hast nun alle Elemente zusammen, die dich unterstützen, um in den Schreibfluss zu kommen. Jetzt kommt noch das letzte Puzzleteil, sozusagen meine Geheimwaffe.

Fahr den Computer runter, schalte dein Handy aus und beginne zu schreiben. Damit ich wirklich total ungestört bin und mich auf nichts anderes fokussieren kann, setze ich mir Kopfhörer auf. Du kannst leise Musik hören, die dich unterstützt. Mich lenkt Musik ab, da sie meine Gedanken sehr schnell in andere Bahnen lenkt. Deshalb setzte ich mir Noise-Cancelling-Kopfhörer auf. So bin ich tatsächlich alleine mit mir und meinen Gedanken.

Das waren meine 5 besten Tipps, um in den Schreibfluss zu kommen. Wende sie an und freue dich darüber, wie du von dem Schreibfluss mitgerissen wirst.

Was ist Écriture automatique / Braindumping?

Écriture automatique (automatisches Schreiben), in einer erweiterten Form auch als Braindumping bekannt, ist eine sehr einfache Schreib-Technik, um die Kreativität anzukurbeln und Zugang zu Ideen und Gedanken zu bekommen. Was diese Technik von anderen abhebt – es wird von Hand geschrieben!

Immer wieder erlebe ich, wie Schüler:innen aber auch Erwachsene frustriert sind, weil sie angeblich nicht schreiben können und ihnen nichts einfällt. Sie sitzen vor einem weissen Blatt Papier oder sehen vor sich ein leeres Dokument am Computer. Das soll jetzt gefüllt werden – aber womit bloss? Der Kopf ist leer, kein einziger Gedanke will sich formulieren lassen, sich schreiben oder tippen lassen.

Als ausgebildete Schreibberaterin beschäftige ich mich mit dieser Problematik und biete meinen Klienten und Klientinnen möglichst einfache Tipps und Tricks an, wie sie schnell zu Ideen und dadurch zu Erfolgserlebnissen gelangen. Eine der einfachsten und gleichzeitig effizientesten Übungen stelle ich in diesem Artikel vor.

Warum wird bei der Écriture automatique von Hand geschrieben?

Bei der Écriture automatique wird ausschliesslich von Hand geschrieben. Das Schreiben von Hand aktiviert Hirnregionen, die für das Denken, die Sprache und die Erinnerung zuständig sind. Man könnte also durchaus sagen, dass die Hand ausführt, was das Hirn denkt :-).

Durch das Schreiben wird „etwas“ in meinem Kopf angekurbelt, Erinnerungen kommen an die Oberfläche, verknüpfen sich zu Neuem, schaffen Aha-Erlebnisse, verweisen mich zu bereits gemachten guten Erfahrungen und Erkenntnissen. […] Während die Buchstaben sich auf dem Blatt ausbreiten, arbeitet mein Gehirn und bringt weitere Inputs. Die Gemächlichkeit ermöglicht neue Perspektiven, zeigt neue Wege und Zugänge auf. […]
Ich bin wirklich erstaunt, was diese simple Methode mit mir anstellt. Und dabei geht es ja nicht mal darum, ob ich es „richtig“ mache. Richtig machen bedeutet richtig für mich. Alles, was mir während des Schreibens einen Nutzen bringt, mich näher zu mir bringt, mich „mich“ verstehen lässt, bringt mich weiter.
(aus meinem Schreib-Journaling)

Durch das Tippen am Computer wird dieser Effekt nicht erreicht. Tippe ich auf der Tastatur, rennen meine Finger den Gedanken und formulierten Sätzen nach. Es ist ein Wettstreit, wer schneller ist. Und oft ärgere ich mich, wenn ich mich vertippe, weil ich dann den Faden des Satzes oder gar des Textes zu verlieren drohe. Geübte Tipper:innen tippen sogar schneller, als sie denken können.
Das geschieht mir bei handschriftlichen Notizen nie, da ich klar langsamer schreibe, als mein Hirn arbeitet. Dadurch bleibt während des Schreibens mehr hängen. Anderes formuliert: Während ich von Hand schreibe, verwurzeln sich die Gedanken in meinem Hirn und bleiben aktiv, selbst wenn ich schon lange nicht mehr am Schreiben bin.

Persönlich gefällt mir an der Écriture automatique auch, dass es sich um eine entschleunigte Tätigkeit handelt, die mich aus der Hektik und dem Getriebensein des elektronischen Alltags herausreisst und mir Ruhe und Gelassenheit ermöglicht.

Was braucht es für die Écriture automatique?

Für die Écriture automatique benötigt man einen Stift, ein Blatt Papier und einen Timer.

Folgende Grundregeln müssen immer eingehalten werden:

  • Stell den Timer auf 5 Minuten ein. Nach einigen Tagen kannst du sie bis 15 Minuten erhöhen.
  • Schreib möglichst schnell. Versuche, möglichst viele Wörter aufs Papier zu bringen. Schreib einfach, was dir gerade durch den Kopf geht.
  • Mach keine Pausen, dh. dein Stift bleibt immer in Bewegung. Falls dir kein neuer Begriff einfällt, schreibst du den letzten nochmals auf.
  • Grammatik, Rechtschreibung, Satzstellung u.ä. spielen keine Rolle.
  • Korrigier oder streich nichts – weder während noch nach dem Schreiben.
  • Der Text oder die Wortketten müssen weder logisch noch zusammenhängend sein.

Eine ungestörte und entspannte Atmosphäre unterstützt den Schreibprozess zusätzlich. Das kann durch einen gemütlichen Sitz- und Schreibplatz erreicht werden. Ich persönlich schreibe während der Écriture automatique immer mit meinem Lieblingsstift, einem Caran d’Ache-Kugelschreiber. Die Mine muss rollen und beim Schreiben nicht stocken.

Warum funktioniert Écriture automatique?

Mit Hilfe der Écriture automatique wird das Gehirn so überlistet, dass es beinahe in denselben Zustand wie während einer Achtsamkeitsübung gelangt. Durch die zeitliche Begrenzung und die Fokussierung auf eine einzige Tätigkeit wird ein Zustand von Gegenwärtigkeit erreicht. Multitasking oder Gedanken an etwas Anderes sind nicht möglich. Zusätzlich findet keine Beurteilung des Geschriebenen statt .

Die Écriture automatique ermöglicht es dem Schreibenden in etwas Ähnliches wie einen meditativen Zustand zu gelangen. Das Unbewusste entspannt sich und lässt Wörter und Gedanken fliessen. Das automatische Schreiben wird seinem Namen immer gerechter und die eigene Kreativität beginnt tatsächlich die Hand zu steuern.

Verschiedene Übungen zur Écriture automatique:

Wörterlisten

Diese Übung verwende ich als Einstieg mit meinen Schüler:innen im Wahlfach Schreiben. Es ist eine sehr beliebte Übung, die bisher allen Schreibenden sofort Zugang zu ihrer Kreativität ermöglichte. Daher lasse ich hier eine Schülerin zu Wort kommen, die den Ablauf erklärt:

Lisa

Ich wusste gar nicht, dass ich immer denke und dass mein Kopf sehr viele Ideen enthält. Entdeckt habe ich das mit der Écriture automatique, so geht das Schreiben automatisch und von alleine. Frau Rauber gab uns einen Begriff „gelb“ und wir notierten das erste Wort, das uns spontan einfiel. Während wir schrieben, lief in unserem Kopf ein Film zu diesem Wort ab. Nachdem wir das erste Wort fertig geschrieben hatten, mussten wir kurz in unseren Kopf schauen, auf die „Pausetaste“ drücken und den nächsten Begriff notieren. Wir durften während drei Minuten nie aufhören zu schreiben, sondern immer wieder Wörter aufs Papier bringen. Am Ende haben wir uns unsere Wörterlisten vorgelesen. Wir haben uns die einzelnen Wörter angehört, die ja eigentlich gar nichts miteinander zu tun hatten und trotzdem erzählten sie uns eine Geschichte.

Diese Übung zeigt sehr gut auf, wie Écriture automatique funktioniert. Das Ausgangswort ist für alle Schreibenden identisch, aber es ist für die Wörterliste absolut irrelevant. Durch das Notieren des ersten Wortes wird das automatische Schreiben angeworfen. Das Bild der Pausentaste hat sich bewährt. Die Schreibenden kehren nicht mehr an den Beginn zurück, sondern lassen sich in ihrem Film vorwärtstreiben.

Nach drei Minuten erzählen die Wörterlisten individuelle Geschichten. Diese lassen sich aber erst durch das Vorlesen der Wörter erkennen. Das System ist vergleichbar mit dem Daumenkino: Die einzelnen Wörter ergeben aneinandergehängt einen flüssigen, logischen Erzählfilm. Diese Filme oder Geschichten, welche die Wörterlisten erzählen, bilden den Ausgangspunkt für die folgenden Schreibprozesse.

Für die Schreibenden ist es eine grosse Erleichterung zu spüren, dass sie sich nicht zum Schreiben zwingen müssen. Alles, was sie sagen wollen, ist bereits in ihnen angelegt. Sie müssen nur offen sein, die Kontrolle abgeben und alles aus ihrem Innern heraussprudeln lassen.

– Fragen

Wer bereits Erfahrungen mit der Écriture automatique hat, kann sich statt eines Begriffs auch eine konkrete Frage vorgeben und alle Assoziationen dazu notieren. Der grosse Unterschied zur Wörterliste liegt darin, dass hier immer auf den Ausgangspunkt zurückgegangen wird. Notiert werden Stichworte, Sätze oder Satzfragmente. Auch hier sollte unbedingt der Timer gestellt werden (maximal 15 Minuten), damit man wirklich nur bei dieser Frage und ihren Antworten bleibt.

  • Wie gestalte ich den nächsten Kindergeburtstag?
  • Was spricht für einen neuen Job?
  • Wo verbringen wir unsere nächsten Sommerferien?
  • Was sind die nächsten Themen, über die ich schreiben möchte?

Es ist allerdings möglich, dass das Unterbewusstsein sich dieser Frage verweigert und die Gedanken in eine andere Richtung lenkt. Trifft dies zu, ist es ganz wichtig, dass keine Autozensur stattfindet, sondern einfach notiert wird. Vielleicht geben diese Gedanken ja Antworten auf eine Frage, die man gar nicht zu stellen wagte. Ich stelle in diesen Fällen regelmässig fest, dass meine ursprüngliche Frage nur vorgeschoben war, mich aber im Innern etwas ganz anderes umtrieb.
Diese Notizen sollen ebenso wie alle anderen aufgehoben werden und können zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.

– Themen / Glaubensätze

Anstelle von Fragen können auch Themen oder Glaubenssätze (Aussagen) mit der Écriture automatique bearbeitet werden. Damit wirklich Zugang zu den verborgenen Antworten gefunden werden kann, empfiehlt es sich auch hier, die Schreibzeit zu begrenzen. Hinterfrage ich Glaubenssätze, dann schreibe ich maximal 60 Minuten. Oft bin ich aber auch schon vorher ausgeschrieben und lasse dann ohne schlechtes Gewissen, den Stift ruhen.

Mögliche erste Ideen können sein:

  • aktuelle Gedanken
  • Familie
  • Sorgen, Ängste oder Probleme, die immer wiederkehren
  • Wünsche und Träume
  • Highlights
  • Ich bin geliebt
  • Ich kann alleine sein
  • Ich bin gern gesehen und herzlich willkommen
  • ...

– Satzanfänge beenden

Manchmal ist viel Unruhe in unserem Kopf und Leben. Die Gedanken übernehmen langsam aber sicher die Kontrolle über den Alltag. Die Écriture automatique kann benutzt werden, um wieder ruhiger zu werden und Ordnung ins Chaos zu bringen. Gedanken auf dem Papier festzuhalten, bringt sie aus dem Kopf.

Das kann unstrukturiert, wie in den vorhergehenden Beispielen, vor sich gehen oder man arbeitet mit Satzanfängen. Entweder werden vor der Écriture automatique Satzanfänge notiert, die anschliessend in beliebiger Reihenfolge beantwortet werden oder man arbeitet mit einer vorgegebenen Liste. 10 Minuten reichen für diese Übung.

Mögliche Satzanfänge sind:

  • Ich mache mir Sorgen, …
  • Ich denke dauernd, …
  • Ich hoffe, …
  • Ich muss …
  • Ich sollte …
  • Ich bin überzeugt, dass …
  • Ich ärgere mich, dass …
  • Ich frage mich, ob …
  • Ich darf auf keinen Fall …

Wenn mittels der Écriture automatique am Kopfchaos gearbeitet wird, dann ist es hilfreich, nach dem Aufschreiben eine Nacht darüber zu schlafen. Zu einem späteren Zeitpunkt können die Notizen nochmals angeschaut und analysiert werden. Oft hilft die Distanz einen neuen Blick auf Probleme zu kriegen. Entweder lassen sich bereits jetzt schon Strategien ableiten oder es tauchen Glaubenssätze ans Licht, die erneut bearbeitet werden.

Gute Gründe für die Écriture automatique

Unser Gehirn kann logisch denken, Informationen speichern, Transferleistungen vornehmen, analysieren, Zusammenhänge herstellen und vieles mehr. Trotzdem kann der Mensch nicht gezielt alle Informationen abfragen. Vieles ist so gut versteckt, dass das Gehirn überlistet werden muss, damit ein Zugang ermöglicht wird.

Manchmal ist es wichtig, den Kopf zu leeren, allerdings wäre es schade, diese Gedanken ungenutzt zu lassen. Écriture automatique hilft dabei, einerseits den Kopf wieder frei zu bekommen und gleichzeitig die Gedanken festzuhalten, um sie später nutzen zu können.

Durch das Aufschreiben erscheinen auch unnütze oder belastende Gedanken in einem anderen Licht, oft führen sie sogar zu Ideen, an die vorher nicht gedacht wurden. Mithilfe der Notizen können Handlungen und Entscheidungen abgeleitet oder zur Selbstreflexion verwendet werden.

Durch die Écriture automatique wird die Produktivität gesteigert, da über das Schreiben Klarheit, Ordnung und Ruhe einkehrt. Dadurch kann die eigene Kreativität erst richtig zum Vorschein kommen. Wer sich regelmässig auf die Écriture automatique einlässt, wird sich seiner aktuellen Prioritäten bewusst und weiss, womit er sich gedanklich besonders beschäftigt.

Woher stammt die Écriture automatique?

Zum Ende dieses Artikels noch einige Informationen über die Entstehung der Écriture automatique.

Ende des 19. Jahrhunderts liess der französische Psychotherapeut Pierre Janet seine Patient:innen in Trance oder unter Hypnose frei schreiben, wodurch sie ihre unbewussten Gedanken und -gänge offenbarten.

In den 20er Jahren des folgenden Jahrhunderts entdeckte André Breton und die Surrealisten die Écriture automatique für die Literatur. Sie wurde als das Verfahren ausgerufen, welches das Denken der Schriftsteller durch die Freisetzung des Imaginativen erweiterte. Das Ziel war es, die Vernunft, die Planung, die Beeinflussung und Kritik durch die äussere Umgebung auszuschalten und sich ausschliesslich auf die eigene Psyche und das Unterbewusstsein zu fokussieren.