Mit nur 10 Minuten täglichem Einsatz zu einer/einem garantiert erfolgreichen Blogger:in werden

Vielleicht glaubst du nicht, dass du mit nur 10 Minuten täglichem Einsatz zu einer/einem garantiert erfolgreichen Blogger:in wirst. Ich werde dir das Gegenteil beweisen. Tausende meiner Kund:innen sind meiner Schreibformel schon erfolgreich gefolgt. Trust me und lass dir diese einmalige Chance nicht entgehen!

Ganz ehrlich, es wird ein Riesentheater um das Schreiben von Blog-Artikeln gemacht. Es werden sogar Kurse angeboten, in denen du angeblich lernst, wie man gute Artikel schreibt. Ich sage dir, das ist reine Geldmacherei. Wichtig ist, dass du möglichst viel Content hochlädst. Stell dich und deine Wichtigkeit in den Vordergrund. Ziel ist es, möglichst viel Applaus zu erhalten.

Tust du das nicht, könnte jemand auf die Idee kommen, dass du am Imposter-Syndrom leidest. Und das willst du bestimmt nicht. Du bist doch nicht krank!!

Es ist mir ein echtes Anliegen, dass du wie ich zu einer der renommiertesten und erfolgreichsten Blogger:innen im DACH-Raum wirst. Daher verrate ich dir im Folgenden 7 Tipps, wie du ohne Aufwand in maximal 10 Minuten zu deinem täglichen Blog-Artikel kommst.

Nun liegt es an dir, wie erfolgreich du dich in der Blogospähre etablierst. Aber dank meinen Tipps schaffst auch du das spielend.

Tipp 1 – Schmücke deinen Blog mit Zitaten, Sprüchen und weiteren fremden Federn

Hey, das Netz ist voll mit Seiten, die dir Zitate liefern. Und Sprüche findest du bereits pfannenfertig mit Bildchen. Du brauchst nicht lang nachzudenken, worüber du schreiben sollst. Bediene dich ohne Gewissensbisse, die Inhalte im Netz sind Allgemeingut!

Mein Vorschlag: Beginne mit einem Zitat, das du unter A findest und befasse dich am nächsten Tag mit dem Folgebuchstaben. Kurz, arbeite dich von A bis Z durch. Das ergibt schon mal 26 Beiträge. Und da es beinahe unendlich viele Zitate gibt, kannst du das jeden Monat wiederholen. Ein ganzes Jahr lang. Cool, nicht wahr? So erreichst du ohne grossen Aufwand 312 Blog-Artikel. Denk immer daran: Quantität kommt vor Qualität!

Ein Beispiel für den Buchstaben A:

Die Arroganz der Kleinen ist es, immer von sich, die der Grossen, nie von sich zu sprechen.

Voltaire

Viel dazu schreiben brauchst du nicht. Fordere doch einfach die Leser:innen auf, ihre Gedanken zum Zitat in den Kommentaren zu posten. Kommentare wirken gut. Falls du noch nicht die ganzen 10 Minuten investiert hast, schreib doch selbst einige möglichst kontroverse Kommentare zu deinen Artikeln. Natürlich unter anderen Namen, soll ja nicht wie Selbstbeweihräucherung aussehen.

Tipp 2 – Werde zu einer perfekten Copycat

Es gibt so viele Blogartikel, warum solltest du dir alles selber ausdenken? Nachahmen oder treffender stehlen und kopieren ist viel einfacher. Nehmen wir an, dass du das oben erwähnte Zitat verwendet hast. Nun kannst du am nächsten Tag etwas zum Thema Arroganz posten. Dazu gibst du in der Suchmaschine eben diesen Begriff „Arroganz“ ein. Du wirst über eine Million Links finden, viele davon führen direkt zu Blog-Artikeln.

Die meisten dieser Artikel sind eh viel zu lange und werden daher nicht gelesen. Also kopiere dir einfach den Text und kürze ihn. Wie du weisst, in der Kürze liegt die Würze. Somit hast du eigene Kreativität gezeigt. Achte aber unbedingt darauf, dass du im Mainstream bleibst, denn zu viel Kreativität ruiniert dein Business.

Für Fortgeschrittene: Du kannst auch mehre Artikel zusammenschneiden. Und schon erblickt ein erneuter Artikel von dir das Internet. Achte einfach darauf, dass du nicht mehr als 10 Minuten täglich investierst. Zeit ist bekanntlich Geld.

Wenn du das hochrechnest, bist du mit den ersten zwei Tipps bereits bei 624 Artikeln. Hey, knapp zwei Jahre Bloggen bei einem maximalen täglichen Einsatz von 10 Minuten.

Tipp 3 – Zelebriere dein Wissen und ritualisiere deine Blog-Artikel

Menschen lieben Rituale – Blogger:innen sind Menschen. Gib daher speziellen Tagen des Monats bestimmte Themen vor. Zwei dieser Artikel bestehen nur aus Bilder. Von denen findest du genügend im Netz. Einfach kopieren und verwenden. Mach dir bloss keine Gedanken um Copyright. Das machen alle so. Abgesehen davon: Für erfolgreiche Leute wie dich und mich gelten nun mal andere Regeln. That’s life!

Um dich zeitlich zu entlasten, hier meine Top-Tipps zu diesem Thema:

  • Am 6. des Monats stellst du einen Ort oder eine Sehenswürdigkeit mit einigen Bildern vor. Es ist völlig egal, ob du diesen Ort kennst oder nicht. Überprüft das jemand? Siehste!
  • Am 12. macht du bei dieser alten und verstaubten Tradition mit, bei der du 12 Bilder deines Tages postest. Du schüttelst berechtigterweise den Kopf, aber das scheinen Bloggerinnen zu mögen. Ob du tatsächlich eigene Bilder gemacht hast, ob die Bilder von diesem Tag stammen – who cares!

Für Fortgeschrittene: Schreib einige Worte unterhalb des Bildes (-> Beschriftung einfügen). Möglichst kryptisch. Ist nicht dein Problem, wenn Leserinnen deinem Intellekt nicht folgen können. Ausserdem macht dich diese Strategie gleich viel interessanter und du wirkst intelligent und souverän.

  • Am 18. gibst du Einblick in einen aktuellen Film oder einen Film, den man einfach gesehen haben muss. Kopiere Zusammenfassung sowie Bilder und stelle sie neu zusammen. Du wirst neue Trends setzen!
  • Am 24. brillierst du mit deinem politischen Wissen. Gib einen Rückblick mit Bildern über ausgewählte Themen des Weltgeschehens. Klingt nach mehr als 10 Minuten Einsatz? Mitnichten! Greif erneut auf bereits vorhandenes Material zurück und ordne es nach Belieben. Deine Leser:innen werden dir dankbar für diese Artikel sein. Statt dass sie sich über Aktualitäten informieren, verbraten die ja Stunden vor dem Bildschirm, um einen nichtssagenden Blog-Artikel zu verfassen. Dank dir wissen sie, was ausserhalb ihrer vier Wände geschieht.

Du wirst sehr schnell merken, die Leser:innen deines Blogs werden dich besonders für diese Artikel bewundern und schätzen. Viel gereist, belesen, immer topaktuell informiert, das bist du! Du bist einfach intelligent, das zeigt sich auch daran, dass du viele Anglizismen verwendest.

Tipp 4 – Gestalte dir deine eigene Wahrheit

Sprich deine Leser:innen mittels Übertreibungen und Lügen emotional an. Kreative Köpfe wie du und ich beherrschen die Kunst der Wahrheitsausgestaltung besonders gut. Die Wissenschaft hat durch diverse Studien belegt, dass die Fähigkeit zu flunkern, uns schlau und kreativ macht. Die Fähigkeit zu lügen, ist ausserdem eine wichtige Sozialkompetenz und hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Lügen und Übertreibungen tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei und garantieren ein angenehmeres Zusammenleben. Also überaus positive Aspekte.

Konkret bedeutet das für dich: Um die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen, darfst du also ungeniert lügen und übertreiben. Du bist intelligent, kreativ, einfühlsam und vertrauenswürdig. Nutze diese Gaben.

Und natürlich lässt du andere blöd aussehen. Aber das ist deren Problem. Du kannst deine Genialität ja nicht verleugnen. Je mehr sie sich über dich ärgern und aufregen, desto mehr bist du im Gespräch. Das steigert deine Reputation enorm.

Tipp 5 – Mach bei Blog-Paraden mit oder marketingmässig genial: rufe deine Blog-Parade ins Leben

Nirgends kriegst du mehr Aufmerksamkeit als bei Blog-Paraden. Günstigerweise wird dir da auch immer ein Thema vorgegeben. Mach daher bei jeder möglichen Blog-Parade mit. Und keine Angst – du musst nichts selber formulieren. Übersetze das Thema auf Englisch (Google Übersetzer), such einen englischen Blog-Artikel und … genau, du hast schon einiges gelernt 🙂 . Also Artikel kopieren, vom Google Übersetzer auf Deutsch übersetzen lassen. Fertig! Du brauchst den Artikel auch nicht mehr durchzulesen. Fehler und inhaltliche Lücken gehören zum guten Stil beim Bloggen. Lies dazu mehr im nächsten Tipp.

Für Fortgeschrittene: Als clevere Marketingstrategie rufst du eine eigene Blog-Parade ins Leben. Das Thema gibt dir dein aktuelles Zitat vor. Keine Panik vor der Formulierung. Copy-and-paste funktioniert auch hier. Anschliessend das alte Thema einfach durch dein neues ersetzen.

Das Geniale daran: Du brauchst nichts selbst zu schreiben. Die Teilnehmer:innen liefern dir ihre Artikel frei Haus, beziehungsweise frei Blog. Falls du gerade noch einige Minuten deiner 10 Minuten übrig hast, kannst du hier alle Informationen abrufen.

Tipp 6 – Du willst dennoch einen eigenen Blog-Artikel verfassen?

Davon kann ich dich ja leider nicht abhalten. Beachte dabei aber folgende Punkte. Halte dich unbedingt an die 10 Minuten Zeitbegrenzung! Konsequentes Arbeiten und das Einhalten von Regeln ist beim Bloggen von grösster Wichtigkeit! Kreativität beim Blogschreiben ist ein absolutes No-Go!

Deshalb gilt in diesem Falle:

  • Schreib eifach drauf los.
  • Lies das gelesene nicht mehr durch.
  • Die farbeigen Linien unter den Wörtern bedeuten gar nichts, das sind Enstpassnungsübungen für die augen.

Vergeude keine Zeit mit der Überarbeitung des Textes oder der Korrektur von Fehlern. Korrekturlesen und Überarbeiten beim Schreiben eines Blog-Artikels ist was für Anfänger:innen und wird total überbewertet. Leute wie du und ich lassen uns nicht durch Normen und kleinliche Regeln aufhalten.

Es ist im Übrigen bewiesen, dass das menschliche Gehirn auch sogenannt fehlerhafte Texte problemlos lesen und verstehen kann. Darum steh zu dir, zeige Charakterstärke, lass den Perfektionismus links liegen – du bist zu Höherem geboren.

Tipp 7 – Vermeide unbedingt persönliche Artikel

Das ist der wichtigste Tipp überhaupt! Vermeide jegliche Art von persönlichen Artikel.

Willst du etwa deine Leserschaft mit Monatsrückblicken langweilen (und das dann noch jeden Monat)? Warum sollten die wissen, was für ein Persönlichkeitstyp du bist? Was geht deine Leser:innen deine Bucket List an? Genau – gar nichts, überhaupt nichts! Das ist persönlich und privat und wird nicht ins Netz getragen. Dass du auch keine Bilder von dir postest, versteht sich wohl von selbst.

Du erinnerst dich sicherlich noch an das Zitat von Voltaire zu Beginn des Artikels. Von sich selber sprechen oder schreiben, ist was für Kleine. Und das bist du nicht. Du gehörst zu den Grossen! Also lass die Finger von persönlichen Artikeln.

Falls du die Ironie in diesem Beitrag erkannt hast …

und du so richtig bloggen möchtest, dann melde dich bei mir. Ich zeige dir, wie du mit der Methode der Écriture automatique auf eigene Ideen, kreativen Content und später zu einer stringenten Struktur kommst und Schreib-Blockaden überwindest.

Richtig bloggen bedeutet für mich:

  • eigene Ideen und Themen in Worte fassen
  • deinen Leser:innen Einblicke in deine Arbeit und Persönlichkeit geben
  • bereit sein, Zeit in das Schreiben und das Überarbeiten zu investieren
  • dich immer wieder überraschen lassen, welche Blog-Artikel sich dir aufdrängen.

12 von 12 im Oktober 2021

Heute ist wieder der 12. Oktober. Daher gibt es, wie es die Tradition verlangt, 12 Bilder des heutigen Tages. Und viele andere 12 von 12 lassen sich auch diesen Monat bei Draussennurkännchen ansehen.

Im Sommer war es noch bedeutend heller um 5 Uhr morgens.
„Du Mamma, schau mal, da ist ein Baum voller Corona“
Nana von Niki de Saint Phalle im Zürcher Hauptbahnhof
Endlich wieder einmal im Café Schober im Zürcher Niederdorf
Anscheinend ist der Kellner nicht gewohnt, dass zwei Leute vier Gipfeli zur Schoggi Mélange essen.
Mein Weg führte mich am Zürcher Landesmuseum vorbei.
Wirst du mein neues Schreibbuch? Ich habe mich noch nicht entscheiden können …
Da der Akku leer war, blieb mir nichts anderes übrig, als nach Hause zu gehen und zu arbeiten.
Bin geflasht über die tollen Migrationsportrait-Texte.
Kochen entspannt 🙂
Kürbis, rote Zwiebeln, Rosmarin …
… gemischt mit Babyspinat …
… mit Limonen, Sojasauce, Chiliflocken und Honig marinierte Pouletscheibchen darunterziehen.
Wie lange sie wohl noch genügend Sonne erhält um zu leuchten?

Erkenntnisse der schreibintensiven Blog-Dekade

Während 10 Tagen täglich einen Blog-Artikel schreiben und posten? Anfangs August wurde dieses Projekt von Franzi Blickle im Rahmen der Content Society lanciert. Wer mich kennt, weiss, dass ich mich gerne auf Projekte einlasse, von denen ich nicht weiss, wohin genau sie mich bringen werden. Trotzdem habe ich mich gefragt, ob die Blog-Dekade tatsächlich was für mich wäre.

Eine Verpflichtung eingehen, jeden Tag zu posten? Ich erinnerte mich an die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Da explodierte mein Postfach beinahe, weil die Blogger:innen anscheinend nichts anderes zu tun hatten, als einen Artikel nach dem anderen zu verfassen und zu posten. Das stresste mich als Leserin enorm, weshalb ich alle abonnierten Blogs und Newsletter löschte 🙂 .

Aber schliesslich siegte die Neugier und so machte ich an der Blog-Dekade mit.

Vorbereitung auf die Blog-Dekade

Vorgesehen war, dass man bereits im Vorfeld diese 10 Tage plant. Themen für kurze Artikel festlegen, den Entwurfsordner durchforsten und angefangene Artikel beenden, aktuelle Themen verarbeiten, aber jeden Tag veröffentlichen. Als Input und Ermutigung gab es jeden Morgen um 8:30 einen halbstündigen Austausch.

Eine Planung erstellen, worüber ich schreiben wollte? Da ich mich inzwischen einige Jahrzehnte kenne, verzichtete ich auf eine schriftliche Planung. Ich wusste genau, dass ich mich an keine Planung halten würde. Nicht, weil ich es nicht für sinnvoll halte. Aber gerade beim Schreiben lass ich mich von der Lust leiten. Worauf springt mein Geist an? Welche Texte wollen erschaffen oder beendet werden?

Auf den Austausch habe ich ebenfalls verzichtet, es waren Ferien, da schlief ich lieber aus. Ich habe jeden Tag geschrieben, aber nicht jeden Tag einen Artikel veröffentlicht. Warum nicht?

Täglich geschrieben, aber nicht täglich veröffentlicht?

Arbeite ich zur Ideenfindung eines Themas mit Écriture automatique, so habe ich am Ende viele Anregungen und Inputs in meinem Schreibbuch notiert, die dann nachwirken. Mir gefällt es, wie sich Gedankensplitter, Ideen und Worte miteinander verbinden und wachsen. Und dieser Prozess braucht Zeit. Ich liebe es, mit meinen Texten schwanger zu sein. Sie verändern sich und ich verändere mich mit ihnen. Diese Zeit generiert weitere Ideen, die vielleicht sogar früher ins Blickfeld des Netzes gestellt werden. 

Entwürfe, unfertige Texte zu veröffentlichen, ist für mich persönlich ein No-Go. Wenn ich eines hasse, dann veröffentlichte Texte nochmals zu überarbeiten. Nein, diese Aussage stimmt so nicht ganz. Ich habe absolut kein Problem, ältere Texte nochmals zu ergänzen, zu erweitern und zu verbessern. Aber ich mag keine veröffentlichten Entwürfe nochmals überarbeiten. Ergo, veröffentliche ich keine Entwürfe.

Ein Entwurf sind erste Gedanken, Leitplanken, er bildet das Skelett des Artikels. In sich noch instabil und nicht tragend, dafür kreativ, inspirierend und dynamisch. Und dann entwickelt sich der Entwurf nach und nach zu einem Text. Durch die Überarbeitungen, durch meine Aufmerksamkeit und die Zeit, die ich ihm zur Reifung gebe.

Das ist wie Brotbacken. Aus den Zutaten entsteht ein Teig, erst noch klebrig, durch das Kneten wird er glatt. Er braucht viel Zeit um aufzugehen, auch das Backen benötigt seine Zeit. Nur so entsteht ein leckeres Brot.

Ich mache einen Riesenbogen um Blogs, deren Artikel unfertig, redundant, gespickt mit inhaltlichen und Orthografiefehlern sind. Selbst wenn die Autor:innen wirklich was zu erzählen hätte. Um bei der Brot-Allegorie zu bleiben. Ich wäre auch im besten Hotel nicht zufrieden, wenn ich zum Frühstück statt einiger Scheiben Brot eine Schüssel Teig hingestellt bekäme.

Ich habe also nicht jeden Tag veröffentlicht, aber ich habe jeden Tag an meinen Blog-Artikeln geschrieben. Auch hier stellt sich die Fragen nach dem Warum?

Einerseits hatte ich, dank der Sommerferien, Zeit und Musse um zu schreiben. Im Alltag muss ich mir Nischen und Platz schaffen, um in Ruhe und ungestört schreiben zu können. In den Ferien ist dieser Raum vorhanden und kann genutzt werden. Andererseits wusste ich, dass an vielen anderen Orten ebenfalls geschrieben wurde. Die Gemeinschaft, wenn auch nicht physisch wahrnehmbar, hat die Idee getragen und mich als Schreibende motiviert.

Erkenntnisse aus der Blog-Dekade

Welche Erkenntnisse habe ich durch dieses Projekt gewonnen? Ich lasse mich gerne inspirieren, aber ich höre auf meine Intuition. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann mache ich es nicht. Oder zumindest nicht so, wie es angedacht war, sondern so wie es zu mir und meiner Haltung passt.

In diesen 10 Tagen habe ich einen vertieften Einblick in meine persönlichen Schreibprozesse erhalten. Sie sind mit der Zubereitung einer Speise vergleichbar. Neben den Zutaten, die sich alle beschaffen können, braucht es vor allem Zeit, Musse, Geduld und Hingabe. Ohne diese vier Faktoren gelingen weder Speisen noch entstehen gute Texte.

Würde ich wieder an einer Blog-Dekade mitmachen? Ein ganz klares Ja! Ich habe in diesen zehn Tagen nicht nur Artikel produziert, sondern auch Einblicke in mein Schreiben und meine Haltung zum Schreiben erhalten. Teilweise waren sie mir bereits früher bewusst, teilweise haben sie sich während der Blog-Dekade manifestiert.

Während der Blog-Dekade sind folgende Texte entstanden

  • Was ist Écriture automatique? Dieser Artikel bildet die Grundlage meiner Tätigkeit als Schreibberaterin. Es ist auch der Artikel, auf den ich in meinen Weiterbildungen immer wieder zurückgreife.
  • Der zweite Artikel befasst sich mit den Faktoren, die den Schreibfluss begünstigen.
  • Bisher habe ich noch keine Rezepte von mir veröffentlicht. Aber während der Blog-Dekade verfasste ich einen Artikel über Göttliche Speisen.
  • Der Juli-Rückblick durfte natürlich auch nicht fehlen. Endlich hatte ich viele Fotos, die ich verwerten konnte.
  • SEO, Yoast und grüne Ampeln. Aus einem Wutanfall entstanden, habe ich überraschende Erkenntnisse gewonnen.
  • Nicht während der Blog-Dekade veröffentlicht, aber in dieser Zeit entstanden: Die Anleitung zum Verfassen einer schriftlichen Arbeit. Sie entwickelte sich während des ganzen Augusts weiter, bis sie dann als 17-seitiges Dokument den Schüler:innen abgegeben werden konnte.

„Und dann bin ich erwacht, es war alles nur ein Traum“: der Satz, der tolle Geschichten killt.

In diesem Artikel gehe ich der Frage nach, warum gute Texte am Ende durch den Killer-Satz „Und dann bin ich erwacht und alles war nur ein Traum“ zur Strecke gebracht werden.

Zwei häufige Roman- / Film-Situationen, in denen Leute etwas Besonderes erleben und dann war’s doch nur ein Traum

Situation 1

Du liest ein Buch oder eine Kurzgeschichte. Wow, ist das spannend geschrieben! Die Ereignisse ziehen dich in ihren Bann, du identifizierst dich mit einem oder sogar mehreren Protagonisten, die Geschichte geht auf ihren Höhepunkt zu, die Spannung steigt …

Du hast dich bereits gefragt, wohin dich die Geschichte führen wird, wie sie endet … und dann liest du den Satz: Und dann bin ich aufgewacht, es war alles nur ein Traum.

Situation 2

Du schaust dir einen spannenden Film oder eine Serie an. Der Protagonist befindet sich in einer ausweglosen Situation, es scheint, als ob nichts mehr die Katastrophe abwenden könnte und genau in dem Moment, in dem …

Schnitt – du siehst den Protagonisten, wie er verschwitzt, verängstigt in seinem Bett liegt und weisst: Er ist gerade erwacht, es war alles nur ein Traum.

Selbst ein Eimer kaltes Wasser wäre nicht wirkungsvoller gewesen, um dich aus der Traumwelt, in der du dich befunden hast, wieder in die Realität zurückzukatapultieren. Ein billiger dramaturgische Trick, um eine (ausweglose?) Geschichte aufzulösen. Ein Trick, der mich als Leserin regelmässig frustriert zurücklässt.

Warum muss es immer ein Traum sein, aus dem man erwacht?

Als Schreibberaterin lese ich viele Sätze, viele Texte, viele Geschichten. Und immer wieder stelle ich fest, dass sich gerade junge, ungeübte Schreiber:innen dieses Schlusssatzes bedienen.

Wovor haben sie Angst, dass sie ihre Texte durch diesen Schlusssatz überflüssig machen? Warum getrauen sie sich nicht, ein offenes Ende stehenzulassen, das die Leserin zum Weiterdenken, das die Fantasie der Leserin anregt?

Drei Thesen

Meine drei Thesen für den Gebrauch des Schlusssatzes „Und dann wachte ich auf. Es war nur ein Traum“ lauten: Meine Schreibenden …

  1. bekommen Angst vor ihrer Fantasie und Kreativität.
  2. sind es sich gewohnt, dass eine Geschichte ein Ende haben muss.
  3. kennen das offene Ende noch nicht oder müssen sich erst noch an dieses Konzept gewöhnen.

Meine Teilnehmenden der Schreibkurse lernen ihren Intellekt und somit ihre Kontrolle während des Schreibens auszuschalten oder zumindest zu vermindern. Sie sollen sich dem Flow des Schreibens hingeben, Ideen zulassen und sie einfach aufs Papier bringen.

Ohne Wertung. Schreiben, was geschrieben werden will. Es ist ein ausgesprochen kreativer Prozess. Es geht nicht um Flucht vor der Realität. Vielmehr soll der Realität, die jedem von uns innewohnt, ein Ventil gegeben werden, damit sie sich manifestieren kann.

Phantasie ist nicht Ausflucht. Denn sich etwas vorstellen, heisst, eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.
(Eugène Ionesco)

So entstehen neue Gedanken, unerwartete Wendungen werden formuliert und der Stift oder die eigenen Finger übernehmen die Kontrolle. Buchstaben purzeln aus unserem Innern, verbinden sich zu Worten, die aneinandergereiht Sätze ergeben. Sätze, mit denen eine neue Welt erbaut wird. Sätze, die Leser:innen an der Hand nehmen und sie staunen oder erschauern lassen, sie verblüffen, sie in neue Länder entführt.

Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint.
(Friedrich Hebbel)

Die Autor:innen haben uns Leser:innen den Zugang und den Blick in eine andere Welt erlaubt. Sie lassen uns fühlen und manipulieren uns mit ihren Worten. Und wir Leser:innen merken, dass wir uns gerne betören lassen und folgen ihren Worten Satz für Satz.

1. Die Autor:innen kriegen Angst vor ihrer Fantasie

Und die Schreibenden? Sie erwachen plötzlich aus ihrem Prozess, ihrem Traum, stellen fest, dass sie sich haben tragen lassen. Dass sie an Orte gelangt sind und Ereignisse erzählten, von denen sie nichts wussten.

Sie kriegen Angst. Angst vor ihrer Schöpfungskraft, Angst vor ihrer Fantasie. Sie sind überwältigt von der Grossartigkeit ihres Ausdruckes und kriegen Panik.

Und der einzige Ausweg, den sie sehen, ist die Zerstörung ihrer Welt. Das Plattmachen, das Relativieren ihrer Genialität. Indem sie ihre Geschichte als Traum bezeichnen, wähnen sie sich in Sicherheit, dass sie niemand belangen oder auf ihre Worte behaften kann.

Sie verstecken sich hinter ihrem Schlusssatz „Und dann wachte ich auf. Es war nur ein Traum“ und schlagen die Tür zur erschaffenen, neuen Welt mit einem Knall und vor der Nase der Lesenden zu. Dadurch verunmöglichen sie den Lesenden, weiterhin auf Entdeckungsreise in der neuen Welt zu gehen und sie zu erforschen.

2. Eine Geschichte braucht ein Ende

Und am liebsten ein schlüssiges, logisches Ende, wo alle Handlungsstränge zusammengeführt und geklärt werden. Das lernten wir bereits in der Schule. Also muss das richtig sein. Es mag auch durchaus richtig sein in gewissen Situationen.

Aber es ist definitiv falsch, wenn man sich in einem kreativen Schreibprozess befindet. Im kreativen Schreibprozess geht es um Inhalte, um Ideen und Fantasie. Jeder einzelne Satz besitzt Daseinsberechtigung. Jede Idee darf sich entwickeln und ausbreiten. Es gibt keine Einschränkungen durch Regeln. In diesem Schreibprozess ist alles möglich und erlaubt.

Die Möglichkeit, dass Träume wahr werden können, macht das Leben erst interessant.
(Paulo Coelho)

Wer sich öffnet, den Schreibprozess zulässt, die Gedanken nicht zensiert, wird völlig neue Welten entdeckten. Noch so viel unerforschtes Land liegt vor den Schreibenden und ein Ende ist nicht in Sicht.

Selbst während der Überarbeitung ist dieser Aufbruch in neue Welten spürbar. Es wird mit Worten und der Syntax experimentiert, entdeckt, verworfen, gerungen. Aber nie, gar nie, darf dieser ganze Prozess der Lächerlichkeit Preis gegeben und der Text degradiert werden, indem ihn als Traum bezeichnet.

Auch nicht, wenn man als Schreibende das Gefühl hat, der Text müsse enden. Auch dann nicht, wenn man das bisher immer so machte und dafür gelobt wurde. Schreibende sollen nie erwachen und ihre Tätigkeit als Traum bezeichnen müssen, damit ihre Texte für andere als gelungen erscheinen.

3. Die Schreibenden kennen das offene Ende noch nicht

Unter einem offenen Ende versteht man einen Schluss, bei dem Leser:innen nicht erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Dadurch ergeben sich für die Leser:innen verschiedene Möglichkeiten. Sie können sich einen Schluss ausdenken, der zur Logik der gelesenen Geschichte passt. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich im Weiterspinnen, -denken der Ursprungsgeschichte. Dieses neue, eben erst entdeckte Land weiter auszukundschaften und sich durch den Text zu eigenen Gedanken, Geschichten motivieren lassen.

Gianni Rodari hat sich in Tante storie per giocare letzteres zunutze gemacht. Er erfand 19 Geschichten, zu denen er drei mögliche Schlüsse schrieb. Allerdings schlägt er seinen Leser:innen vor, die Variante zu wählen, die ihnen am meisten zusagt oder einen eigenen Schluss zu erfinden.

Texte schreiben und sie lesen ermöglichen uns Zugang zu neuen Welten.

Sechzig Sekunden der Träumerei sind sechzig Sekunden lebendiger Ruhe für Leib und Geist
(Prentice Mulford)

 

 

Wenn du Lust auf Texte von Jugendlichen hast, die garantiert nicht aus ihren Träumen erwachen, dann bist du im Schreibenblog richtig 🙂 .

 

Rückblick Juni 2021

In der Jahresmitte gab es so viele schöne Momente, die nur möglich waren, weil Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung täglich gelebt werden. Ich freue mich darüber, dass ich die Verabschiedung unserer langjährigen Schulverwalterin Isabelle hier festhalten kann, sodass sie dokumentiert und in Erinnerung bleibt.

oh mia bella cara Isabella …

Unsere Schulverwalterin Isabelle wurde pensioniert. Wir Lehrpersonen sind uns bewusst, welch grosse Lücke sie hinterlässt. Das war sicherlich ein Grund, warum die Ideen zu ihrem letzten Arbeitstag nur so sprudelten. Eine kleine Auswahl davon lassen sich in diesem Abschnitt finden.

Aber zuerst stellt sich die Frage: Was macht eigentlich eine gute Schule aus?
Liest man die einschlägige Literatur, dann werden ganz viele Faktoren aufgelistet. Hier eine kleine Auswahl:

  • gute Lehrpersonen und Schulleitungen
  • Herausragende Leistungen bei vergleichenden Tests und Wettbewerben
  • Umgang mit kultureller Vielfalt
  • Förderung des selbstverantwortlichen Lernens
  • Schulhauskultur, Leitbild
  • technische Ausstattung
  • Standort, Finanzen
  • ausserschulisches Lernmöglichkeiten

Ich bin aber sicher, dass eine gute Schule massgeblich von drei Personengruppen getragen und unterstützt wird, die bei all diesen Untersuchungen und Aufzählungen regelmässig übersehen werden. Sie arbeiten im Hintergrund, ermöglichen es aber uns Lehrpersonen und den Schulleitungen, dass der Schulbetrieb reibungslos und in einem schönen, geordneten Rahmen stattfinden kann.

Ich spreche von unserem Putzteam, das an Abenden und Wochenenden unsere Abfalleimer leert, wischt, abstaubt und immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Ich spreche von unserem Hauswartteam, das sich beispielsweise um kaputte Pulte und nicht funktionierende Schranktüren kümmert, die Hecken und den Rasen schneidet, Schnee räumt, mit Verlängerungskabeln und Doppelstecker aushilft, ja mir sogar schon das Auto überbrückte 🙂 .

Und dann ist da noch die Schulverwaltung. Sie kümmern sich um die Administration, erstellen unsere Klassenlisten, schauen, dass wir den Lohn kriegen, dass die Vikariate richtig abgerechnet werden, helfen (mir) bei Klassenlagerabrechungen, füllen die Verbandskästen regelmässig auf und ganz vieles mehr.

Isabelle war 24 Jahre lang die Chefin der Schulverwaltung. Für Isabelle gehörten auch die folgenden Aufgaben ganz selbstverständlich zu ihrer Aufgabe, obwohl die kaum in ihrem Stellenbeschrieb formuliert waren:

  • Wahl der Location und des Menüs für das Jahresabschlussessen
  • Ruhepol und Stein in der schulischen Brandung
  • Organisation der Martinigans (kultureller Event in Begleitung von Partner:in)
  • passende Deko zu den verschiedenen Jahreszeiten
  • immer ein offenes Ohr für Bedürfnisse, Freuden und Sörgeli der Mitarbeitenden
  • Süssigkeiten, um die Energie der Lehrpersonen am Laufen zu halten
  • Blumengestecke oder Sträusse im Lehrer:innenzimmer
  • Znüni und Zvieri während Weiterbildungen
  • und und und und

Kurz: Isabelle prägte in ihren 24 Jahren Tätigkeit massgeblich die Schulhauskultur mit.

Isabelle und ich unterhielten uns oft von unten nach oben 🙂 .
Ihr Büro lag genau oberhalb meines Schulzimmers mit freiem Blick auf meinen Gartenplatz.

Das Zitat aus dem Abschiedsständchen drückt unsere Verfassung an diesem Tag sehr treffend aus.

Du tuesch ois jetzt verlah, du tuesch jetzt eifach ga
Das macht mi so veruggt, de Tag de isch caputt

Sie hatte sich für ihren letzten Tag vorgenommen, alles aufzuräumen und dann die Türe zu schliessen, den Schlüssel abgeben und nach Hause zu gehen.

Die offizielle Verabschiedung wird Ende des Schuljahres erfolgen – aber bei dieser Planung war offensichtlich nicht mit der Initiative der Lehrpersonen gerechnet worden. Isabelle hatte uns zu viel Wertschätzung entgegengebracht, als dass wir sie einfach haben gehen lassen wollen. Deshalb wollten wir sie überraschen und uns mit einem unvergesslichen Tag bei ihr bedanken.

Als Kind träumte Isabelle davon, einmal mit dem Pferd zur Schule zu reiten. Sehr gut, der Anfang ihres letzten und wohl unvergesslichsten Schultages am Ennetgraben war gemacht :-). Und so wurde Isabelle an ihrem letzten Arbeitstag von Nathalie und ihrem Pferd abgeholt.

Nach ihrem Ritt in die Schule wurde Isabelle von Schüler:innen begrüsst, die Spalier standen und sie ins Schulhaus beklatschten. Ihr Weg zu ihrem Arbeitsplatz war mit Rosenblättern gekennzeichnet und an ihrem Pult erwarteten sie bereits erste Geschenke.

In der grossen Pause kam es dann noch zu einer musikalischen Darbietung unsererseits. Der Text eines bekannten Liedes war von Sibylle umgeschrieben worden und wir wollten das „chline Ständelio“ von meinem Garten aus Richtung Isabelles Büro singen.

Teilnahme war freiwillig und als Zeitpunkt hatten wir „grosse Pause“ angegeben. Naja, die dauert halt 20 Minuten. Einige Lehrpersonen kamen früher, andere später, was dazu führte, dass das Ständchen dreimal gesungen wurde.

O mia bella cara Isabella
Schaffe dir gerade visavia
Bringe dir en chline Ständelio
Oh, chum e bitzeli abe oder sölli ufe cho?

Liebe Isabelle – möge dein Leben ohne uns genauso unberechenbar, unerwartet und spannend weitergehen, wie es dein letzter Arbeitstag bei uns war.

Ab in den Süden …

Check in

Aber auch für mich hielt der Monat Juni eine unerwartete Überraschung bereit. Gleich zu Beginn des Monats checkte ich im Holiday Inn ein, um mir meine zweite Impfung verabreichen zu lassen. Und im Nullkommanichts (sprich knapp vier Stunden später) lag ich flach, mir war heiss und ich schwitzte, schwitzte, schwitzte. Wie im Urlaub am Meer, wo ich nichts mehr liebe als heisse Temperaturen. Die Hitze war da, Tag und Nacht 38°. Am folgenden Tag hörte ich sogar das Meer rauschen (entpuppte sich später als Staubsauger), aber die hohen Temperaturen und das Schwitzen blieben konstant.

Eine Freundin meinte lakonisch: Du weisst wenigstens, dass sie dir was gespritzt haben, dass bei dir eine Reaktion auslöst. Wer gar nichts spürt, bekam vielleicht ja nur eine CO2-Lösung. – Unter diesem Aspekt doch wirklich eine positive Erfahrung.

Was mich im Juli alles erwartet

  • Was Corona seit April 20 verhinderte, kann nun endlich durchgeführt werden. Peter und Silke werden uns mit ihrer szenischen Lesung nach Sibirien entführen.
  • Zwei Studierende werden ihr Praktikum 2 bei uns absolvieren. Ich freue mich auf neue Inputs und engagierten Austausch.
  • Sommerferien in der Schweiz – zum zweiten Mal in der Schweiz. Im Unterschied zum letzten Jahr freuen wir uns total darauf.

Worüber ich im Juni geschrieben habe

Im Juni schrieb ich drei Beiträge und verlinkte die Klassenlager-Seite von 2017:


Monatsrückblick September 2021 – die Energie beginnt wieder zu fliessen

Anfangs dachte ich, einen Monatsrückblick zu bloggen, ist einfach nur eine gute Erinnerungsstütze. Inzwischen habe ich einen ganz anderen Nutzen entdeckt. Durch das Notieren der Ereignisse erlebe ich alle Erlebnisse nochmals sehr intensiv. Das Schreiben verzögert sich dadurch oft, da ich diese Momente nochmals voll auskoste.

Am Ende hinterlässt der Monatsrückblick jedoch ein wohliges, schönes, angenehmes und dankbares Gefühl. So extrem wie in diesem Monat habe ich das allerdings noch nie erlebt.

Ich verfüge wieder über Energie 🙂 🙂 💃 💃 💃 . Während der letzten neun Monaten habe ich mich von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag gehangelt. Unkontrolliertes Zittern, Schwächegefühle, Erschöpfungszustände waren meine Begleiter. Schlafen war das grösste Bedürfnis. Mein Energiereservoir war leer. Und meine grosse, strahlende, orange Kugel, die mich seit Jahren begleitete, war nicht mehr vorhanden. Nur eine grosse Leere.

Schreiben gibt mir meine Sprache zurück

Im Kopf wurden die Sätze noch korrekt gebildet, aber wenn sie über die Lippen kamen, waren die Wörter vertauscht. Das war für meine Umgebung amüsant, für mich weniger. Keine Kontrolle mehr über meine Sprache.

Regelmässig geschrieben habe ich seit längerem. Das half mir beim Verarbeiten, Hinterfragen, mich mit meiner Situation und meinem Zustand auseinanderzusetzen. Aber ich brauchte noch mehr. Mir fehlte der Austausch, die Reaktion, das Feedback.

In dieser Zeit bin ich zufällig auf ein kostenloses Angebot von Judith Peters gestossen. Boom Boom Blog – in 7 Tagen einen grossartigen Blogartikel schreiben. Geeignet für Blog-Einsteiger:innen. Bloggen? Ich? Ich bin doch keine Expertin, ich habe kein Online-Business … aber es klang faszinierend. Nachträglich kann ich nicht sagen, was ich erwartete oder erhoffte, aber ich meldete mich an.

Wow – schriftlich schaffte ich es, mich ausdrücken. Judith hatte nicht zu viel versprochen. Ihre Themen liessen mich mit meiner Haltung und Persönlichkeit auseinandersetzen. Durch das Schreiben konnte ich meine Gedanken ausdrücken, reflektierte meine Gefühle, fand zu meinem Stärken zurück. Meine Artikel wurden gelesen und kommentiert. Mir wurde bewusst, dass ich etwas zu sagen hatte.

Und langsam kehrte auch wieder die Energie zurück. In ganz kleinen Dosen, immer noch sehr fragil, aber sie war wieder spürbar. So blieb ich beim Bloggen, bei der Content Society, bei all den tollen Frauen mit ihren unterschiedlichen, kraftvollen Texten. Und bei meiner Blog-Buddy, die mir immer die richtigen Fragen stellt und Sachen anspricht, die mir noch nicht bewusst sind.

Ich blogge weiter. Und ich empfehle es allen – Bloggen gibt Energie zurück!!

Mit Schüler:innen bloggen

Seit 12 Jahren unterrichte ich das Wahlfach Schreiben an unserer Schule. Mit jeder Klasse bin ich neue, unterschiedliche (Schreib)Wege gegangen. Unterricht muss eben auch für mich spannend bleiben. Es liegt auf der Hand, dass ich mit den aktuellen Klassen zu bloggen begonnen habe. In diesem Schuljahr haben sich 35 Schüler:innen angemeldet, die gerne schreiben oder die Freude am Schreiben entdecken möchten.

Und was soll ich sagen, der Blog-Virus hat sie alle infiziert. Ich bin hell begeistert über ihre Kreativität und Fantasie ❤️‍🔥❤️‍🔥❤️‍🔥❤️‍🔥. Sie setzen die Themen spannend um, bringen ihren ganz persönlichen Touch ein und gestalten immer mehr auch mit eigenen Bildern. Auch die Kommentare, die sie ihren Mitschüler:innen hinterlassen, sind wertschätzend, zeugen von Interesse und ermöglichen neue Kontakte.

Natürlich investiere ich viel Zeit in die Betreuung und das Coachen der Texte. Weit mehr als es vorgesehen wäre. Aber das stört mich nicht im geringsten. Die Freude und die Energie, die über dieses Projekt an mich zurückfliessen, sind den Einsatz allesamt wert.

Das Fazit nach fünf Wochen: 120 veröffentlichte Beiträge, 60 Entwürfe, 150 Kommentare. Wer sich diese Erfolgsstory mal näher ansehen möchte, kann das hier tun.

Startwoche der IWB

Als Auftakt meiner Intensivweiterbildung (IWB) verbrachte ich vier Tage in Filzbach. Zusammen mit weiteren 25 Lehrpersonen setzte ich mich mit verschiedenen Themen auseinander:

  • Orientierung und Zusammenarbeit
  • Selbstmanagement
  • Konkretisierung & Überprüfung IWB Ziele

Es war eine intensive aber auch angenehme Zeit, weg vom Alltag. Ich lese aus meinen Notizen heraus, was ich in den letzten Monaten alles geleistet habe, welche Entwicklungsschritte ich vorgenommen, welche Glaubenssätze ich über Bord geworfen habe.

Gleichzeitig erkannte ich während der Biografiearbeit aber auch, dass mich die Zeit nach meinem regulären Erwerbsleben ängstigt, dass sich dort noch ein grosses, diffuses Nichts befindet, das darauf wartet, bearbeitet und gefüllt zu werden.

Und am letzten Tag manifestierte sich etwas, das andere Personen schon lange wahrgenommen, ich aber immer von mir gewiesen habe. Ich wurde von IWB-Teilnehmer:innen angefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen Kurs zur Écriture automatique oder Wie blogge ich mit Schüler:innen anzubieten. Was für eine Frage … natürlich! Ich denke, damit ist der erste Schritt zu einer neuen Aufgabe gemacht:-) .

Als Nächstes organisiere ich mir mein 7wöchiges Betriebspraktikum. Mein Aufenthalt in Florenz wird nicht realisierbar sein, da mein Knie da nicht mitmachen will. Aber ich habe bereits eine viel viel viel bessere Alternative angestossen. Mögen mir die Blog-Göttinnen zur Seite stehen und sie wahr werden lasssen.

Geburtstage feiern

Was in keinem meiner Rückblicke fehlen darf, kommt jetzt. Das gesellige Zusammensein oder eben Feiern gehört einfach zu jedem Monat.

Das haben wir in der Familie sehr gut geplant, dass sich unsere Geburtstage über das ganze Jahr verteilen 🙂 . Im September kann es jedoch schon fast in einen Geburtstagsmarathon ausarten.

Am 1. September feierte unser Nachwuchs ihren Purzeltag ausgiebig. Zwei Tage später gings zusammen mit den Grossmüttern in die Stadt, wo wir leckere Moules assen 🙂 . Und gleich am nächsten Tag feierten wir bei und mit meinem Bruder.

Und wie immer an diesen Anlässen wird viel geschwatzt, gelacht und das Beisammensein in vollen Zügen genossen.

Meine Blogbeiträge im September

  • Wenn ein Gegenstand auf einem Bild plötzlich redselig wird, dann kann ein Text wie der Schwamm entstehen.
  • Kommentare kriegen ist was Wunderschönes. Aber sie zu schreiben, verhilft zu neuen Inputs und Ideen.
  • Das obligate 12 von 12. Dank diesem Format kann ich inzwischen Bilder formatieren 🙂
  • Eine bescheidene Bucket List stellte ich ebenfalls noch zusammen.

Meine Bucket List

Eine Bucket List? Bis vor einigen Wochen kannte ich diesen Begriff nicht. Also begann ich nachzuforschen. Die deutsche Übersetzung von Bucket List lautet Löffel-Liste. Ok … aber was ist eine Löffel-Liste und weshalb heisst sie überhaupt so? Eine Bucket List ist eine Liste von Dingen, die ich noch tun, lernen, erreichen und erleben möchte. Und sie wird auch Löffel-Liste genannt, weil ich das alles verwirklichen möchte, bevor ich den Löffel abgebe 🙂

Mit der Liste zu beginnen, fiel mir schwer. Ich habe Träume, die ich nicht unbedingt verwirklicht sehen möchte, weil sie dann keine Träume mehr sein können. Andererseits habe ich in meinem Leben auch schon vieles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Aber die Idee dieser Liste liess mich nicht los. Welche Kompetenzen möchte ich noch erwerben? Was möchte ich noch erleben? Welche Orte würde ich gerne mal sehen? Wovon träume ich? Welche beruflichen Ziele möchte ich verwirklichen?

Also beginne ich jetzt einfach mal zu notieren. Die Liste ist weder thematisch noch chronologisch geordnet. Sie enthält Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe und andere, die ich konkret beeinflussen kann.

Ich bin gespannt, wann ich den ersten Punkt abhaken kann 🙂 .

Meine persönliche Löffelliste

  1. ein Piercing stechen lassen
  2. Australien besuchen
  3. einmal pro Jahr Ferien mit unserer über 80jährigen Mutter und Schwiegermutter machen
  4. in Team Sympatexter mitarbeiten
  5. Yad Vashem besuchen
  6. an einem Kinomarathon teilnehmen
  7. toxische Personen ignorieren
  8. nochmals an der Seeüberquerung teilnehmen
  9. Karls Kühne Gassenschau besuchen
  10. eine spezielle Fähigkeit an mir entdecken
  11. an einer Stadtführung in Zürich teilnehmen
  12. ein tolles Praktikum für die IWB finden
  13. mein Arbeitszimmer in einen Botanischen Garten umgestalten
  14. alle zwei Wochen in die AUA-Massage gehen
  15. mein Enkelkind in den Armen halten
  16. einen Monat reisen
  17. alle Folgen von Herr der Ringe nacheinander anschauen
  18. Vertiefungspraktika für Studierende anbieten und durchführen, die ihre regulären Praktika nicht bestanden haben
  19. eine Nacht in der Wüste erleben
  20. einen Camaro fahren
  21. als Virtuelle Schreibberaterin für Bloggerinnen arbeiten
  22. einmal pro Woche schwimmen gehen
  23. im Schuljahr 2021/2022 1000 Blog-Artikel meiner Schüler:innen im Wahlfach Schreiben veröffentlichen
  24. einen Sonntagsspaziergang bei jedem Wetter machen
  25. einmal pro Monat ein Menu für Gäste kochen, wobei ich alle Gerichte das erste Mal koche
  26. Karten für ein U2-Konzert kriegen
  27. für jeden Zentimeter, den ich schrumpfe, zwei Kilo abnehmen
  28. ein Kochbuch mit schnellen und einfachen Rezepten veröffentlichen
  29. Hagia Sophia besuchen
  30. alle Länder Europas besuchen
  31. Hebräisch lernen
  32. alle Rezepte meiner Kochbücher ausprobieren
  33. Bloggen als Schulfach einführen
  34. das Weihnachtsoratorium live erleben
  35. an einem Fotoshooting teilnehmen
  36. einen Museumspass besitzen
  37. als Statistin in einer Oper oder Theaterführung mitwirken
  38. auf einem Kamel reiten
  39. eine Lesegruppe
  40. Städtereisen unternehmen, bis ich für jeden Buchstaben des Alphabets mindestens eine Stadt besuchte
  41. wissen, was im Pensionsalter läuft
  42. Damaskus besuchen
  43. Red Hot Chili Peppers Konzert mit John Frusciante besuchen
  44. das Requiem von Mozart live hören
  45. in einer heissen Quelle baden

Eines Tages wirst du aufwachen und
keine Zeit mehr haben für die Dinge,
die du immer wolltest.
Tu sie jetzt!

Paulo Coelho

 

Was sich 15-Jährige im Jahr 2021 wünschen und wovon sie träumen, kann im Schreibenblog meiner Wahlfach Schreiben-Klassen nachgelesen werden.

12 von 12 im September 2021

Einer alten Blog-Tradition folgend zeige ich euch 12 Impressionen aus meinem heutigen Tag. Bei DraussenurKännchen werden weitere dieser 12 von 12-Blogartikel gesammelt. In diesem Monat sind auch Beiträge aus dem Wahlfach Schreiben zu finden, was mich besonders freut :-).

Ausblick nach dem Aufstehen
Tierisches Frühstück
Die Kniescheibe des Nachwuchses tanzte anscheinend zu exzessiv …
Die grosse Blumenkiste rechts wurde vom Keller an den Arbeitsplatz transportiert. Zwei Fliegen auf einen Streich: Erstens kann ich etwas zu Ulis September Challenge besteuern und zweitens habe ich ein weiteres Bild :-).
Langsam füllt sich das Gestell, allerdings haben auch die Pflanzen auch Freude, wenn sie am Wochenende gegossen werden.
An meinem Arbeitsort senken sich die Markisen automatisch um 18 Uhr. Da die nächste Woche am Montag und Dienstag schulfrei ist, wäre es eine sehr lange Zeit … Wir sind auf unsere Wohlfühloase angewiesen, weshalb wir auch ausserhalb der regulären Arbeitszeit für Licht sorgen.
Wo sich Träume und Wissenschaft treffen …
JA stimmen! ist nicht verkehrt. (Foto und Text von meiner Freundin übernommen)
Mein Wahlfach Schreiben macht ebenfalls an 12 von 12 mit. Allerdings sind Schüler:innen, die sich aktuell in Quarantäne oder Isolation befinden, vor eine besondere Herausforderung gestellt.
Kommentare beantworten und schreiben wird nächste Woche das Thema im Wahlfach Schreiben sein. Daher beende ich noch den passenden Blog-Artikel.
Die Zeit des Vorkochens beginnt wieder. Das gibt dann ein leckeres Znacht in den Wintermonaten.
Das letzte Bild von heute :-). Schön, nicht wahr?

Kommentare beantworten und schreiben bei Blog-Artikeln

In diesem Blog-Artikel werde ich näher auf das Thema Kommentare beantworten und schreiben eingehen.

Die primären Adressat:innen meines Artikels sind meine 35 Schüler:innen, die das Wahlfach Schreiben besuchen. Sie bloggen inzwischen seit genau 4 Wochen und veröffentlichen ihre Texte in ihrem eigenen Schreibenblog 🙂.

Ich kann mich noch genau an meinen ersten Blog-Artikel Lehren und lernen: Warum ich es liebe zu „leere“ erinnern, der 6 Kommentare erhielt. Darüber habe ich mich wie eine Schneekönigin gefreut :-).

Was ist ein Kommentar eigentlich?

Eine gute Frage. Ein Kommentar, diese simple, meist kurze Mitteilung am Ende eines Blog-Artikels kann verschiedene Funktionen einnehmen.

  • Die Leser:innen finden deinen Artikel toll und wollen dich für den Inhalt loben. In ihrem Kommentar erklären sie dir, was ihnen weshalb gefällt. Vielleicht hast du ihnen sogar geholfen. Ist doch schön zu lesen.
  • Manchmal ist jemand nicht derselben Meinung wie du oder sieht bestimmte Dinge ganz anders. Im Kommentar wirst du eine Kritik lesen können. Das heisst nicht, dass dein Text schlecht ist. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
  • Du hast über ein bestimmtes Thema einen Artikel geschrieben. Deine Leser:innen sind aber selbst auch Expert:innen und ergänzen deinen Inhalt mit neuen Erkenntnissen.
  • Es ist auch möglich, dass du bei deinen Leser:innen Interesse geweckt hast und sie dir nun Fragen stellen.

Ein Kommentar löst unglaubliche Glücksgefühle aus!

Du bloggst ebenfalls, engagierst dich und schreibst tolle Blog-Artikel, auf die du stolz bist. Und natürlich hoffst du, dass deine Artikel auch gelesen werden. Aber was die Leser:innen von deinen Artikel halten, weisst du nicht. Kommentare sind der einzige Weg, auf dem du erfahren kannst, was andere über deine Blog-Artikel denken.

Du wirst dich freuen (und auch ein wenig stolz sein), wenn die ersten Reaktionen auf deine Texte in Form von Kommentaren eingehen. Das zeigt dir, dass tatsächlich jemand deinen Artikel gelesen hat und dir sogar ein Feedback gibt.

Beantworte deine Kommentare

Wenn du einen Kommentar erhalten hast, dann reagiere darauf. Es wäre unhöflich, nicht darauf einzugehen. Wird dir in einem Kommentar eine Frage gestellt, dann gib eine Antwort. Immerhin hat sich jemand mit deinem Text auseinandergesetzt, sich Gedanken gemacht und hat nun vielleicht sogar eine Frage dazu. Kommentare zeigen dir, dass dein Artikel gut und interessant ist.

Mit deiner Antwort zeigst du, dass du deine Leser:innen, ihre Meinungen, aber auch die Zeit, die sie für das Schreiben des Kommentars aufgewendet haben, schätzt. Eine Reaktion zeigt Respekt und dass du aufmerksam bist. Und wenn die Leser:innen merken, dass du auf ihre Kommentare reagierst, fühlen sie sich gut und zufrieden. Zufriedene Leser:innen werden neugierig auf weitere Artikel von dir sein.

Kommentare lassen deinen Blog lebendig erscheinen. Aber nicht nur das. Die Reaktionen deiner Leser:innen können dir helfen, dich zu verbessern. Vielleicht kriegst du weiterführende Informationen zu deinem Thema. Du erweiterst dadurch dein Wissen und erhältst unter Umständen sogar Ideen für weitere Blog-Artikel.

Wie schreibt man einen Kommentar?

Wie schnell liken wir Beiträge, ohne sie genau zu betrachten oder gar zu lesen. Ein Kommentar im Blog ist viel mehr als ein Daumen oder ein Herzchen – er ist ein Zeichen der Wertschätzung. Ein Kommentar bedeutet , dass du dir Gedanken gemacht hast und etwas mitteilen willst.

Die Konsequenz: Beginne Kommentare zu schreiben. Die folgenden Tipps werden dir dabei helfen.

Lies verschiedene Blog-Artikel aufmerksam durch. Wenn du einen Beitrag interessant findest, dann reagiere und schreibe einen Kommentar. Nimm dir dafür Zeit. Stell dir vor dem Verfassen des Kommentars folgende Fragen:

  • Spricht der Artikel dich an? Warum ?
  • Was hältst du von der Meinung des Schreibenden?
  • Gibt es Themen und Aussagen, mit denen du einverstanden bist oder die dich ärgern?
  • Beschreibt er Orte oder Erlebnisse, die du kennst? Sind es gute Erinnerungen oder schlechte? Erwähne sie im Kommentar.
  • Schau dir die Bilder genau an. Gefallen sie dir? Weshalb?

Damit ein guter Kommentar entstehen kann, muss dich etwas im Blog-Artikel ansprechen. Schreibe, was du über das Thema denkst, welche Erfahrungen du gemacht hast. Nenne Beispiele, erkläre, begründe. Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann kannst du auch erwähnen, dass du dich auf neue Blog-Artikel freust.

Dir fehlen die guten Satzanfänge? Versuchs doch mal mit diesen:

  • Wow, spannend geschrieben!  Mir ist etwas Ähnliches passiert …
  • Ich war auch schon mal in XY. Dein Artikel hat mich daran erinnert …
  • Dein Artikel hat mich fasziniert. Ich habe noch eine Frage …

Wenn du merkst, dass du viele Ideen hast und mehr schreiben willst, dann verfass doch einen eigenen, neuen Artikel.

Was bringt dir das Schreiben eines Kommentars?

Viel mehr, als du vielleicht denkst.

Bevor du mit dem Schreiben deines Kommentars beginnst, liest du mehrere Artikel. Jeder dieser Artikel unterscheidet sich von den anderen. Du siehst dadurch, wie andere Schreibende mit einem Thema umgehen.

Was und wie haben sie geschrieben und argumentiert? Wie sind die Artikel aufgebaut? Durch das Lesen bekommst du Inputs und Ideen. Übernimm alles, was dich beeindruckt und/oder dir gefällt und wende es in deinen nächsten Beiträgen an.

Durch das Schreiben von Kommentaren wirst du sichtbar. Du gibst etwas von dir preis, deine Meinung oder dein Wissen.  Wer einen persönlichen Kommentar von dir bekommt, beginnt sich für dich und deine Texte zu interessieren. Du wirst sehen, es dauert nicht lange und du hast mehr Besucher:innen auf deiner Seite.

Nun wünsche ich dir viel Spass beim Kommentieren. Denk daran, dass du positiv formulierst, auch wenn du etwas Kritisches sagen möchtest. Beim Kommentieren von Blog-Artikeln ist es wie im richtigen Leben – je sachlicher du formulierst, desto besser wird dein Anliegen angenommen.

 

 

 

Mein Name ist Schwamm

Meinen Namen habt ihr bereits erfahren. Zu finden sind meine Verwandten und ich vor allem in Schulhäusern, die Glücklicheren unter uns leben in Badezimmern. Ich gehöre leider nicht zu denen, die mit feinriechenden Dusch- oder Bademitteln getränkt werden, damit sie ihren Aufgaben nachkommen können. Mich hat das Schicksal in ein Schulzimmer verschlagen.

Hauptberuflich war ich als Auslöscher tätig. Ich löschte alle Spuren, die Lehrpersonen während ihres Unterrichts an der Wandtafel hinterliessen. So vielfältig wie die Lehrpersonen und ihr Unterricht, so unterschiedlich war meine Putztätigkeit. Ich wischte Texte, Listen aber auch wunderschöne Bilder weg. Mein Job beschäftigte mich jede Woche von Montag bis Freitag, Woche für Woche.

Und dann begann der Niedergang meiner Karriere

In den letzten Jahren werde ich allerdings vermehrt vernachlässigt. Der ganze Prozess begann schleichend. Erst kam der Hellraumprojektor, der mir meine Arbeit streitig machte. Die Lehrpersonen fanden es wunderbar, mit feinen Stiften statt mit kratzigen Kreiden zu schreiben und ihre Erkenntnisse so den Schüler:innen zu zeigen. Das Zusammenleben mit dem Hellraumprojektor gestaltete sich nach anfänglichen Schwierigkeiten angenehm. Ich habe mich von den jahrelangen Strapazen erholen können und musste mich vor allem nicht mehr mit allen möglichen Farbspuren beschmutzen lassen.

Dann hielten die elektronischen Medien Einzug in die Schulen. Beamer, Visualizer, Smartboards und wie sie alle heissen. Aus meiner Sicht: die bare Katastrophe. Obwohl ich noch jung, dynamisch und energiegeladen bin, hat man mich in den Frühruhestand geschickt. Es gibt keine Aufgaben mehr für mich im Schulzimmer.

Und was sagen die Lehrpersonen, denen ich jahrzehntelang treu zur Seite stand? „Schwamm drüber“ und meinen damit, vergiss es, schon gut. Ist das der Dank für meine jahrelangen, treuen Dienste?

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Dieser Text sowie Der Klang der Wörter ist in der Textschmiede Wahlfach im Rahmen der ersten Wochenaufgabe entstanden. Am 23. August haben 35 Schüler:innen zu bloggen begonnen. Und bereits nach einer Woche sind folgende Texte ins Rampenlicht des Internets getreten: