Der Schreibenblog und die Kraft der Worte: Einblicke in den März
Hier auf meinem Blog teile ich Einblicke in meinen Arbeitsalltag als Lehrperson, Praxislehrperson und Schreibcoach. Ich schreibe darüber, was mich in meiner täglichen Arbeit bewegt und inspiriert: meinen Unterricht, meine pädagogische Grundhaltung und meinen Einsatz für eine gezielte Förderung der Schreibkompetenz. Mich beschäftigt, wie Lernen gelingt, was guten Unterricht ausmacht und wie ich Jugendliche darin unterstützen kann, ihre eigenen Gedanken klar und kraftvoll auszudrücken.
Ein Herzensprojekt in diesem Zusammenhang ist der Schreibenblog. Während dieser Blog hier mein persönlicher Raum ist, in dem ich meine eigenen Gedanken und Erfahrungen festhalte, gehört der Schreibenblog ganz den Jugendlichen und ihren Texten. Dort veröffentlichen sie, was sie wirklich beschäftigt: ehrlich, mutig und kreativ. Ihre Texte erzählen davon, wie sie die Welt erleben, was sie freut, was sie ängstigt und wovon sie träumen.
Mein Ziel ist es, ihnen einen Raum zu bieten, in dem ihre Stimmen gehört werden und in dem sie erleben, dass ihre Gedanken Gewicht haben. Denn Schreiben stärkt das Selbstvertrauen, die Resilienz und die Fähigkeit, sich selbst und die Welt besser zu verstehen. Sprache schafft Räume, in denen wir uns begegnen und wachsen können.
Warum der Schreibenblog mehr ist als ein Schreibprojekt
Der Schreibenblog ist kein klassisches Schulprojekt. Es geht nicht nur darum, Aufsätze oder Geschichten zu verfassen. Vielmehr entsteht hier ein offener Raum, in dem Jugendliche ihre Sichtweisen mit allen teilen, die bereit sind zuzuhören.
Auf dem Schreibenblog teilen Jugendliche ihre Gedanken, Ideen und Geschichten mit der Welt. Doch es geht um mehr als nur Worte, als nur das Schreiben an sich. Es geht darum, gehört zu werden. Sichtbar zu sein, Resonanz zu erfahren.
Viele der jungen Autor:innen nutzen den Blog, um ihre Sicht auf aktuelle Themen, persönliche Erlebnisse und kreative Texte wie Gedichte und Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Schule, Freundschaft, Träume, Ängste, gesellschaftliche Fragen oder Zukunftsideen. Die Texte entstehen aus dem, was die Jugendlichen wirklich beschäftigt.
Gerade diese Authentizität macht den Blog besonders. Es sind Texte, die berühren, irritieren, überraschen und zum Nachdenken anregen. Texte, die uns einen Zugang ermöglichen zu Gedankenwelten, die wir ohne sie vielleicht nie betreten hätten.
Was mich immer wieder berührt
Beim Lesen der Beiträge erhältst du Einblicke in Perspektiven, die im Alltag oft zu wenig Beachtung finden oder zu denen du, als Erwachsene:r keinen Zugang mehr hättest. Jugendliche schreiben meistens direkt, ehrlich und mit einer besonderen Frische, die nicht selten überrascht. Ihre Worte zeigen, wie sie die Welt erleben, ungeschönt, berührend und auf eine Weise, die uns auffordert, genauer hinzusehen und zuzuhören.
Die Texte im Schreibenblog haben eine unglaubliche Kraft. Sie sind ehrlich, mutig und voller Leben, roh und zugleich reflektiert. Genau darin liegt ihre Kraft: Sie eröffnen neue Perspektiven, schenken uns Einblicke in Gedankenwelten, die wir sonst vielleicht nie betreten hätten. Und sie zeigen, wie viel Schönheit und Potenzial in jeder einzelnen Stimme steckt, wenn wir ihr zuhören und Raum geben.
Manchmal sitze ich beim Durchsehen der Texte abends auf dem Sofa. Der Tag war lang, der Kopf voll und dann überrascht mich eine Zeile, ein Bild, ein Gedanke. Und ich merke, dass mich diese Texte nicht nur als Lehrerin berühren, sondern auch als Mensch.
Worüber schreiben Jugendliche auf dem Schreibenblog – und warum?
Der Schreibenblog ist etwas ganz Besonderes, viel mehr als eine digitale Sammlung von Texten. Er ist eine Plattform, auf der Jugendliche ihre Erfahrungen, Zweifel, Erfolge und Herausforderungen literarisch verarbeiten können. Hier entstehen Texte, die praktische Tipps geben, kreative Ausdrucksformen erproben und tiefergehende Gedanken über das Leben als Jugendliche ermöglichen.
Jede Woche wartet eine neue Idee oder ein unverbindlicher Schreibimpuls, der dazu einlädt, mit Sprache zu spielen, sich auszuprobieren und neue Formen des Schreibens kennenzulernen. Daneben gibt es wiederkehrende Themen wie ABC-Etüden, Monatsrückblicke bis hin zu Texten aus der Impulswerkstatt. Diese Regelmässigkeit und Abwechslung machen den Schreibenblog zu einem inspirierenden Ort für alle, die gerne schreiben oder es einfach mal versuchen möchten.
Warum ich Texte aus dem Schreibenblog hier teile
Schreiben ist mehr als eine schulische Kompetenz. Es ist eine Form, sich selbst zu verstehen, Gedanken zu ordnen und mit anderen in Dialog zu treten. Deshalb möchte ich mit dem Schreibenblog nicht nur die Schreibfähigkeiten meiner Schüler:innen fördern, sondern ihnen auch eine Bühne bieten.
Einmal pro Monat veröffentliche ich hier fünf ausgewählte Texte aus dem digitalen Schreibprojekt meiner Schüler:innen – dem Schreibenblog. Damit möchte ich ihre Stimmen sichtbar machen und ihre Arbeit würdigen. Denn diese Texte verdienen es, gelesen zu werden: nicht nur innerhalb des Projekts, sondern weit darüber hinaus.
Ich bin überzeugt, dass wir alle von diesen Perspektiven lernen können. Die Texte erinnern mich selbst immer wieder daran, warum ich schreibe: aus Neugier, aus Freude am Ausdruck und weil Schreiben ein Ort ist, an dem ich mir begegne.
Kurz gesagt: Ich teile die Texte aus dem Schreibenblog, weil ich jungen Stimmen Gehör verschaffen möchte, weil mich ihre Gedanken berühren und weil sie all das verkörpern, wofür auch mein eigener Blog steht: Die Leidenschaft für Sprache, die Förderung junger Menschen und die Freude daran, wenn aus Worten Räume entstehen und die Jugendlichen über sich herauswachsen.
Fünf Lesetipps aus dem März
In den vergangenen Jahren sind auf dem Schreibenblog viele beeindruckende Texte entstanden. Falls du gleich eintauchen möchtest – hier fünf Texte aus dem März, die mich besonders berührt, überrascht oder inspiriert haben. Vielleicht geht es dir beim Lesen ähnlich:
Brief an meine Grossmutter
Ein bewegender Brief über den schwierigen Versuch, eine Beziehung zu verstehen, die von Kritik und Distanz geprägt war. Die Verfasserin reflektiert Verletzungen, formuliert ihre Sehnsucht nach Anerkennung und zieht daraus die Kraft, es später anders zu machen.
Letzter Teil der Tironisos-Triologie
Ein persönlicher Rückblick von Tironisos auf das letzte Schulsemester, die aufregende Zeit der Bewerbung und die Vorfreude auf die berufliche Zukunft. Neben Nervosität und Erfolgserlebnissen geht es um den Übergang in die Selbstständigkeit und um eine Abschlussreise voller Erinnerungen.
Der Pferdemann mit dem Akkordeon
Ein geheimnisvoller Strassenkünstler in Zürich sorgt für Aufsehen. Die Geschichte über den Mann mit Pferdemaske und Akkordeon entwickelt sich zum lokalen Mysterium, das nicht nur die Polizei beschäftigt, sondern auch die Fantasie der Stadtbewohner:innen beflügelt.
Mut-Elfchen
Ein Elfchen, dessen Aussage auch zum Schreibenblog passt.
Wunschzettel an die Schule
Die Verfasserin beschreibt, was sie an der Schule stört – zu viel Stress, zu wenig Freizeit. Sie schlägt vor, Hausaufgaben abzuschaffen und die Schulzeit zu verlängern, um mehr Raum für Erholung und Entscheidungen zu schaffen. Zusätzlich wünscht sie sich Fächer, die wirklich etwas bewegen: Tierschutz, Drogenprävention und soziale Projekte. Ein klarer Appell für eine Schule, die mehr fürs Leben bietet.
Und zum Schluss
Was mich am meisten begeistert? Zu sehen, wie Worte Türen öffnen. Für meine Schülerinnen und Schüler. Für mich. Für uns alle.
Der Schreibenblog ist mehr als ein digitales Projekt. Er ist ein Ort, an dem Jugendliche zeigen, was in ihnen steckt. Ein Ort, in dem ihre Gedanken Gewicht bekommen. Und manchmal ist es genau dieser Mut zur Sprache, der Welten verändert, für uns selbst und für andere.
Vielleicht hast du ja Lust, weiterzulesen. Meine Schüler:innen und ich würden uns darüber freuen 🙂 .
Liebe Gabriella
Vielen Dank, dass du uns Zugang gibst zu den immens vielfältigen und berührenden Texten „deiner Jugendlichen“. Die Menschen, die jetzt jung sind, werden unsere Zukunft prägen und es ist schön, zu sehen, wie viele kluge, kreative, phantasievolle und reflektierte Gedanken sie sich machen.
Herzlich, Chris
chriscollet.com