Anleitung zum Verfassen einer schriftlichen Arbeit am Bsp. Migrationsportrait- 7 Schritte und ein Zeitplan

Seit Ende August besuchst du die 3. Sek, dein letztes Schuljahr der obligatorischen Schule hat begonnen. In diesem Schuljahr wirst du im Rahmen des Projektunterrichts zwei grössere, schriftliche Arbeiten (Migrationsportrait und Dokumentation deiner Projektarbeit) verfassen. Vielleicht fragst du dich, wie du das schaffst und trotzdem nicht auf Freizeit verzichten musst.

Das ist eine sehr gute Frage. Um dich zu unterstützen, habe ich diese Anleitung zum Verfassen schriftlicher Arbeiten ausgearbeitet. Ich werde dir 7 Schritte verraten, damit du termingerecht fertig wirst. Zusätzlich findest du am Ende dieses Dokuments einen exemplarischen Zeitplan für das Migrationsprojekt. Er zeigt dir auf, wie du die Aufgaben über die 13 Wochen verteilen kannst.

Bei der Erarbeitung des Migrationsportraits wirst du alle Phasen einer schriftlichen Arbeit exemplarisch durchlaufen. Diese Anleitung hilft dir also nicht nur jetzt, sondern soll dir aufzeigen, wie du schriftliche Arbeiten in der Zukunft planen und organisieren kannst. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei deinem Text um das Migrationsportrait, die Dokumentation deiner Projektarbeit, die Vertiefungsarbeit am Ende der Lehre oder die Maturitätsarbeit handelt.

Der Ablauf einer schriftlichen Arbeit bleibt immer derselbe. Nutze die Gelegenheit und lass dich mit Hilfe der Anleitung zum Verfassen schriftlicher Arbeiten auf das Abenteuer der schriftlichen Arbeiten ein. Halte dich an die 7 Schritte und deinem Erfolg steht nichts im Wege.

Migrationsportrait

Du kennst sicher verschiedene Personen, die in die Schweiz oder von der Schweiz in ein anderes Land gezogen sind. Vielleicht hast du diese Situation auch bereits selbst erlebt. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen: Liebe, politische Situation, bessere Arbeitsbedingungen

In den nächsten Wochen beschäftigst du dich mit dem Leben einer von dir gewählten Person und schreibst über sie ein Portrait. Vor dir liegt die Anleitung, wie du in einfachen 7 Schritten zu deinem Migrationsportrait gelangst.

Dabei wirst du an folgenden Lernzielen arbeiten:

  • Du schreibst das Portrait selbständig.
  • Du planst und teilst deine Arbeit so ein, dass dir genügend Zeit für die Überarbeitung des Textes bleibt.
  • Du überarbeitest deine Arbeit inhaltlich und sprachlich sorgfältig.
  • Du schreibst die Arbeit am Computer und wendest das Programm Word an.

 

1. Schritt – Wähle eine Person mit einer Migrationsgeschichte

Du porträtierst eine Person, die eine Migrationsgeschichte zu erzählen hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person in die Schweiz eingewandert oder von der Schweiz in ein anderes Land ausgewandert ist.

Die gewählte Person muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie war zum Zeitpunkt ihrer Auswanderung älter als 20. Das bedeutet, dass sie nicht als Kind mit ihren Eltern ausgewandert ist, sondern alleine.
  • Sie lebt seit mindestens 5 Jahren im neuen Land.
  • Es handelt sich bei der Person nicht um deine Mutter oder deinen Vater.

Überlege dir, wen du interviewen könntest. Stammt jemand aus einem Land, das dir unbekannt ist und von dem du mehr wissen möchtest? Kennst du eine Person, über die du gerne mehr erfahren möchtest? Notiere dir mindestens fünf Namen von möglichen Interviewpartner:innen. Das können Arbeitskolleg:innen deiner Eltern oder Geschwister, Nachbar:innen, Lehrpersonen, Eltern deiner Klassenkolleg:innen u.v.m. sein.

Erkundige dich bei den Personen, ob sie bereit sind für ein ca. einstündiges Gespräch (und evt. weitere Nachfragen). Du musst auch erwähnen, dass du das Gespräch aufzeichnest.  Mit diesen Informationen verfasst du das Portrait, das deine Lehrpersonen lesen werden. Dazu brauchst du die Einwilligung deiner Interviewperson.

Entscheide dich anschliessend für eine Person.

2. Schritt – Bereite einen Fragenkatalog für das Interview vor

Damit du über genügend Informationen verfügst, erstellst du vor dem Interview einen Fragenkatalog. In deinem Migrationsportrait bearbeitest du folgenden Themen:

  • Herkunft
  • Grund für die Auswanderung und Abreise
  • Ankunft in der neuen Heimat
  • Einleben und Integration in der neuen Heimat
  • Heute / Zukunftspläne

Formuliere zu jedem Themenblock 4-5 offene Fragen. Offene Fragen sind Fragen, die nicht mit einem einzelnen Wort oder ja/nein beantwortet werden können. Beginne die Fragen mit einem Fragepronomen (W-Wort), dann können dir die Personen mehr erzählen. Notiere dir auch, wie du nachfragen oder nachhaken kannst, um an mehr Informationen zu gelangen.

Je besser du dich auf das Interview vorbereitest, desto einfacher wird dir anschliessend das Schreiben fallen.

3. Schritt – Vereinbare einen Termin für das Interview

Wähle dir einen Ort und einen Zeitpunkt, damit du das Interview in Ruhe durchführen kannst. Überlege dir auch, in welcher Sprache du das Interview führst.

Plane genügend Zeit (ca. eine Stunde) für das Interview ein. Stelle deine Fragen und lass dir möglichst viel erzählen. Je mehr Beispiele und Erklärungen dir erzählt werden, desto besser und ausführlicher wird dein Portrait.

Überprüfe vor dem Interview, ob dein Aufnahmegerät eine gute Qualität liefert. Nimm das Interview auf oder filme es, damit du später während des Schreibens darauf zurückgreifen kannst. Wenn möglich, sichere das Interview ein zweites Mal, damit du sicherlich immer Zugang zu der Datei hast.

Frage deine Interviewperson, ob du ihren tatsächlichen Namen in deiner Arbeit verwenden darfst oder ob sie ein Pseudonym wählen möchte.

4. Schritt –  Schreibe regelmässig

Das Interview bildet die Grundlage deiner Texte. Aus den gewonnenen Informationen kannst du nun mit dem Formulieren deiner Texte beginnen. Deine Arbeit besteht aus fünf Kapiteln (Hauptteil) sowie einer Einleitung und deinem Fazit. Schreibe zu jedem dieser sieben Kapitel zwischen einer halben bis einer ganzen Seite.

Die Schritte 4 – 6 machst du abwechselnd. Hast du einen Text geschrieben, lässt du ihn coachen. In der Zwischenzeit schreibst du weiter. Betrachte dazu auch den Zeitplan, den du dir erstellt hast oder den du von mir übernimmst.

Formatiere bereits von Anfang an korrekt:

  • Schriftart Verdana
  • Schriftgrösse 12
  • Zeilenabstand 1.5

Speichere die einzelnen Texte in separaten Dokumenten bei onedrive ab. Bezeichne das Dokument mit dem korrekten Titel und deinem Namen sowie der Klasse. Beispiel: Kapitel 1 Susanna BC3d
Dieses Vorgehen garantiert die eine bessere Übersicht und du hast jederzeit Zugriff auf deine Dateien.

– Inhaltsangaben

Ich habe dir mögliche Inhaltsangaben formuliert, die in deinen Texten vorkommen können. Natürlich kannst du sie jederzeit erweitern und anpassen.

Kapitel 1: Herkunft
Wo hat die Person vor ihrer Auswanderung gelebt, Verhältnisse. Karten anfügen, Informationen über Land / Region.

Kapitel 2: Grund für die Auswanderung und Abreise
Welchen Grund gab es? Wie hat die Person die letzte Woche und/oder den letzten Tag verbracht? Was hat sie eingepackt, was musste sie zurücklassen?
Was waren die Hoffnungen, Fragen, Bedenken?

Kapitel 3: Ankunft in der neuen Heimat
Wie reiste die Person? Was waren die ersten Eindrücke im Zielland? Was fiel auf?

Kapitel 4: Einleben und Integration in der neuen Heimat
Was war neu, was hat beeindruckt? Was fehlte, was wurde vermisst?
Was/Wer half beim Einleben? Was hat diese Person unternommen, um „heimisch“ zu werden?

Kapitel 5: Heute / Zukunftspläne
Wird diese Person bleiben, hat sie vor in ihr Herkunftsland zurückzugeben? Warum?

Einleitung
Begründe, warum du dieses Migrationsportrait schreibst.
Weshalb hast du dich für deine Person entschieden?
Welche Erwartungen hattest du, bevor du mit der Arbeit begonnen hast?

Fazit
Welche Fakten aus dem Portrait haben dich besonders beeindruckt?  Was hast du während dieser Arbeit Neues gelernt und erfahren?
Was fiel dir leicht, wo hattest du Schwierigkeiten? Was würdest du bei einer ähnlichen Aufgabe ändern?

5. Schritt –  Lass deinen Text regelmässig coachen

Sobald du einen Text geschrieben hast, lässt du ihn coachen. Durch die Rückmeldungen erfährst du, worauf du bei den Folgetexten achten kannst. Dadurch wird dir das Schreiben mit der Zeit immer leichter fallen.

Beim Coaching geht es nicht um Grammatik, sondern um den Inhalt, den roten Faden, die Aussage deines Textes. Ein guter Text besticht durch Verständlichkeit, Logik und einen angenehmen Lesefluss. Gutes Textcoaching besteht aus einem Austausch von Ideen, Gedankenanstössen, Gesprächen über deinen Text.

Peer-Feedback
Frage deine Geschwister oder jemand deiner Kolleg:innen, ob sie deinen Text liest. Dabei darf nur auf den Inhalt geachtet werden. Bitte um eine Rückmeldung zu positiven, negativen Aspekten sowie Verbesserungsvorschlägen. Enthält der Text Löcher, ist er informativ und spannend?

Schreibzentrum
Schicke deine Texte ans Schreibzentrum (schreibzentrum@osa.ch). Ich werde deinen Text coachen. Das bedeutet, dass ich ihn genau lesen, die Aussagen hinterfragen und dir Angaben mache, wie du ihn verbessern kannst. Normalerweise bespreche ich meine Rückmeldung in einem Gespräch mit dir, damit du nachfragen kannst. Es ist allerdings auch möglich, dass ich dir die Rückmeldung schriftlich gebe.

6. Schritt – Überarbeite deine Texte

Gute Texte entstehen durch mehrfaches Überarbeiten. Nimm die Rückmeldungen aus dem Peer-Feedback oder vom Schreibzentrum und überarbeite deinen Text sorgfältig und gewissenhaft. Erkläre genauer, führe zusätzliche Informationen an, streiche überflüssige Stellen. So optimierst du deinen Text Schritt für Schritt. Wenn die Überarbeitung beendet ist, lass ihn erneut coachen.

Durch deine Überarbeitungen wird dein Text auch sprachlich besser. Du wirst Synonyme, passende Begriffe, korrekte Präteritumformen sowie unterschiedliche Satzanfänge verwenden.
Die Überprüfung auf Rechtschreibung und Interpunktion erfolgt erst am inhaltlich fertigen Text.

7. Schritt –  Finish und Abgabe

Das ist der letzte Schritt deines Migrationsportraits. Kontrolliere nochmals, ob du alle Vorgaben umgesetzt hast (vgl. die Dokumente: Inhalt, Formatierungsvorgaben, Beurteilungskriterien). Füge nun die überarbeiteten, fertigen Texte in die Dokumentenvorlage ein, ergänze mit Bildern. Druck dein Migrationsportrait aus und lies es nochmals durch. Stimmt alles? Bist du zufrieden?

Herzliche Gratulation – du kannst dein Portrait nun abgeben.

8 – exemplarischer Zeitplan

Insgesamt stehen dir für dein Migrationsportrait 13 Wochen zur Verfügung, während derer du am Portrait arbeiten kannst. Du arbeitest selbständig, musst dir deine Arbeit einteilen und in der Freizeit schreiben.

Ich habe dir hier einen exemplarischen Zeitplan erstellt, der dich in kleinen Schritten an dein Ziel bringen wird. Ob du dich daran hältst oder nicht, liegt einzig allein bei dir.

  • Woche 1: Interviewperson finden
  • Woche 2: Fragenkatalog erstellen
  • Woche 3/4: Interview durchführen
  • Woche 5: Kapitel 1 schreiben, Text coachen lassen
  • Woche 6: Text überarbeiten, Kapitel 2 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 7: Texte überarbeiten, Kapitel 3 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 8/9 (Ferien): Texte überarbeiten, Kapitel 4+5 schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 10: Texte überarbeiten, Einleitung schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 11: Texte überarbeiten, Fazit schreiben, Texte coachen lassen
  • Woche 12: Texte überarbeiten, evt. nochmals coachen lassen, in Vorlage einfügen, Bilder ergänzen
  • Woche 13: Finish, Kontrolle -> Abgabe 🙂

 

 

 

 

 

 

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