Fünf Fragen an mich
Manche Fragen lassen mich nicht los. Nicht, weil ich keine Antwort wüsste, sondern weil sie etwas in mir anstossen. Ein leises Nachdenken. Ein inneres Sortieren. Vielleicht sogar ein Aufatmen.
Dieser Text ist mein Beitrag zur Blogparade auf klarplatz.de.
Die Idee: Sich selbst Fragen stellen, die man gerne in einem Interview beantworten würde und genau das tun. Ich habe nicht jede Frage direkt übernommen. Manche habe ich umkreist, andere weitergedacht. Und vor allem: Ich habe geschrieben, was mir wirklich wichtig ist.
Es geht um Rollen, Erwartungen, echtes Lernen. Und darum, warum ich manchmal lieber den Hut abnehme, statt alles darunter zu pressen. Ein Text über das Jonglieren, das Nichtwissen, das Authentisch-Sein. Und über offene Fragen, die vielleicht keine endgültige Antwort brauchen. Sondern ein bisschen Raum. Und ein bisschen Mut.
Wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu bringen?
Diese Frage klingt harmlos, fast schon neugierig. Und trotzdem trifft sie mich jedes Mal, wenn sie gestellt wird. Warum? Weil hinter dieser Frage oft nicht Neugier steckt, sondern Zweifel. Es klingt wie: „Wie schaffst du das überhaupt?“ oder noch zugespitzter: „Bist du sicher, dass du das schaffst?“
Ich erinnere mich gut an ein Bewerbungsgespräch als Klassenlehrerin an einer Sekundarschule. Es war eine Zeit, in der mein Leben einem Jonglierakt glich: Ich war Mutter eines zweijährigen Kindes, dessen Betreuung mein Mann und ich uns teilten. Nebenbei studierte ich in Teilzeit und arbeitete als Redakteurin für einen Lehrmittelverlag. Zudem hatte ich bereits Erfahrung als Klassenlehrerin und in der Erwachsenenbildung gesammelt. Ich war qualifiziert. Und dennoch, die Skepsis im Raum war spürbar.
Es ging nicht um meine fachliche Eignung. Es ging darum, ob ich als Frau, als Mutter all diese Aufgaben „unter einen Hut bringen“ könnte. Wäre ich ein Mann gewesen, hätte man diese Frage vielleicht nicht gestellt. Ein Mann, so scheint es, darf seine Vielseitigkeit ausleben und wird dafür bewundert. Eine Frau hingegen muss beweisen, dass sie nicht an der Fülle ihrer Aufgaben scheitert.
Warum diese Frage mich ärgert
Ich finde es eine Frechheit, so etwas überhaupt zu fragen. Denn sie lenkt den Blick weg von meinen Kompetenzen hin zu meiner Rolle als Mutter und Frau. In dem Moment fühle ich mich weniger als die erfahrene Lehrkraft, sondern vielmehr als diejenige, die sich womöglich übernimmt. Diese Skepsis tut weh, weil sie auf einem alten Muster basiert: Frauen wird zugetraut, sich aufzureiben, aber nicht, sich erfolgreich zu organisieren. Und sie offenbart ein gesellschaftliches Muster: Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung wird bei Frauen häufiger hinterfragt als bei Männern.
Den Spiess umdrehen
Mit der Zeit habe ich gelernt, mit dieser Frage souveräner umzugehen. Anstatt mich in die Ecke drängen zu lassen, nutze ich die Gelegenheit, um zu zeigen, wie ich meinen Alltag gestalte. Ich erzähle von meiner Leidenschaft für Bildung, von meinem Organisationsgeschick und davon, dass ich gerade durch meine vielseitigen Aufgaben so viel gelernt habe. Nämlich, Prioritäten zu setzen und effizient zu arbeiten.
Ich antworte mittlerweile mit Gelassenheit, weil ich verstanden habe, dass die Frage nicht meine Leistungsfähigkeit infrage stellt, sondern ein gesellschaftliches Vorurteil spiegelt. Und genau deshalb lohnt es sich, eine klare, selbstbewusste Antwort zu geben.
Ein Aufruf zur Veränderung
Vielleicht sollten wir die Frage hinterfragen, bevor wir sie stellen: Warum trauen wir Männern mehr zu als Frauen? Warum ist es immer noch überraschend, wenn Frauen Beruf, Familie und persönliche Weiterentwicklung gleichzeitig meistern? Es ist an der Zeit, mit diesen Klischees zu brechen und die Frage nicht mehr als Kritik, sondern als Chance zu begreifen: Eine Chance, zu zeigen, dass wir die Vielfalt unseres Lebens meistern können.
Also: Wie schaffe ich es, alles unter einen Hut zu bringen? Indem ich die Frage nicht als Vorwurf, sondern als Ansporn nehme und stolz darauf bin, wer ich bin und was ich mache.
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Was ist dein Erfolgsgeheimnis?
Die Frage kommt manchmal so unvermittelt: „Was ist dein Erfolgsgeheimnis?“ Auf den ersten Blick klingt sie fast wie ein Kompliment, als ob man mir zutraut, die magische Formel für erfolgreichen Unterricht zu kennen. Doch ehrlich gesagt: Diese Frage nervt mich.
Warum? Sie suggeriert, dass es irgendwo eine einfache Antwort gibt, einen Trick, den man kennen muss, um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Ein Geheimrezept, das man einfach übernehmen kann, und dann funktioniert es im eigenen Unterricht genauso. Aber so funktioniert Pädagogik nicht.
Die Realität hinter dem „Erfolg“
Seit ich unterrichte, gelingt es mir immer wieder, die eher schreib- und lesefaulen Schülerinnen und Schüler zu motivieren, ihre Freude an Texten zu wecken und produktiv zu werden. Aber es gibt keinen Zauberspruch dafür. Kein Patentrezept. Es liegt wohl eher an meiner eigenen Motivation. Ich liebe Sprache, Geschichten und den Austausch und das spüren die Jugendlichen.
Vielleicht ist es auch meine Haltung, die den Unterschied macht. Ich kämpfe selbst mit Texten, bin nicht immer sofort zufrieden, und diese Offenheit zeige ich auch im Unterricht. Wenn ich Fehler mache oder mit einem Entwurf hadere, sage ich das. Und genau das schafft eine Atmosphäre, in der auch die Schülerinnen und Schüler sich trauen, mit Sprache zu experimentieren. Sie sehen, dass es normal ist, zu ringen, zu zweifeln und trotzdem dranzubleiben.
Was steckt hinter der Frage?
Ich frage mich manchmal: Woher stammt dieser Wunsch nach Erfolgsgeheimnissen? Vielleicht, weil wir in einer Welt leben, die schnelle Antworten verlangt. Weil wir uns in einer Welt, die von Unsicherheiten geprägt ist, nach Garantien sehnen. Aber gerade in der Pädagogik gibt es diese Sicherheit nicht. Jedes Klassenzimmer, jede Gruppe ist anders und genau das macht die Arbeit so spannend.
Anstatt nach einem Geheimnis zu suchen, sollten wir vielleicht die Bereitschaft fördern, sich auf Unvorhergesehenes einzulassen, sich überraschen zu lassen und gemeinsam mit den Lernenden herauszufinden, was funktioniert. Es braucht keine Patentrezepte, sondern Offenheit und Geduld, sich immer wieder neu auf die Schülerinnen und Schüler einzulassen.
Meine Antwort: Motivation statt Geheimnis
Wenn ich trotzdem eine Antwort geben müsste, dann diese: Mein „Erfolgsgeheimnis“ ist meine eigene Begeisterung und Motivation. Sie sind der Motor, der mich immer wieder dazu bringt, Neues auszuprobieren, auf die Bedürfnisse meiner Schülerinnen und Schüler einzugehen und gemeinsam mit ihnen zu lernen. Ich halte nichts von schnellen Lösungen, aber viel von einer Haltung, die das Lernen als gemeinsamen, offenen Prozess versteht.
Also nein, ich habe kein Erfolgsgeheimnis. Aber ich habe eine innere Überzeugung, die mich antreibt: Lernen ist keine Einbahnstrasse, sondern ein Dialog. Und genau das mache ich im Unterricht spürbar.
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Was treibt dich an, auch in herausfordernden Zeiten authentisch zu bleiben?
Wenn ich mir die Frage stelle, was mich in schwierigen Zeiten antreibt, dann lande ich immer wieder bei einem Wort: Authentizität. Gerade im Unterricht ist es essenziell, echt und greifbar zu bleiben. Jugendliche spüren sofort, wenn jemand eine Rolle spielt und sich verstellt. Sie reagieren sensibel auf Unechtheit und ziehen sich zurück. Deshalb ist Authentizität für mich nicht nur eine Haltung, sondern eine Grundvoraussetzung, um in Beziehung zu treten.
Authentisch bleiben – leichter als eine Rolle spielen
Ehrlich gesagt: Authentisch zu sein ist viel einfacher, als eine Rolle zu spielen. Wenn ich authentisch bin, dann bin ich immer ich selbst. Egal, ob die Situation einfach oder schwierig ist. Ich muss nicht überlegen, ob mein Verhalten zur Rolle der Lehrperson passt. Das entlastet extrem. Ich bin einfach da, fassbar und echt. Meine Schülerinnen und Schüler wissen, woran sie bei mir sind.
Wenn ich mich freue, dann zeige ich es. Wenn ich unsicher bin, spreche ich es an. Und wenn ich einen Fehler mache, dann gebe ich ihn zu. Ohne ständig zu überlegen, ob das zu meiner (selbst) gewählten Rolle als Lehrperson passt. Diese Ehrlichkeit schafft Vertrauen und Nähe. Die Jugendlichen merken: Ich bin nicht perfekt und das ist okay. Denn das macht mich menschlich und nahbar. Es geht nicht darum, immer stark zu wirken, sondern darum, authentisch zu bleiben.
Authentizität als Haltung – kein starres Konzept
Oft wird gedacht, dass authentisch bleiben bedeutet, sich nie zu verändern. Doch das stimmt so nicht. Authentisch sein bedeutet, Veränderungen anzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Sich selbst treu zu bleiben bedeutet nicht, an Veraltetem festzuhalten, sondern offen für Neues zu sein, ohne die eigenen Werte zu verlieren. Gerade als Lehrperson ist es wichtig, sich immer wieder neu zu erfinden, Fehler zu machen, daraus zu lernen und trotzdem sich selbst treu zu bleiben.
Lernen bedeutet, sich neu zu entdecken und das gilt nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für mich als Lehrperson. Gerade im Umgang mit Jugendlichen ist es wichtig, mich als Mensch zu zeigen. Ich bin überzeugt: Nur wenn ich selbst bereit bin, mich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, können es die Schülerinnen und Schüler auch lernen. Authentizität schafft Raum für echte Begegnungen und gemeinsames Lernen.
Warum Authentizität wichtig ist
Letztlich geht es nicht darum, immer souverän oder fehlerfrei zu sein. Es geht darum, echt zu sein. In all den Facetten, die mich ausmachen. In einer Zeit, in der vieles inszeniert wirkt und Fassaden gepflegt werden, ist Authentizität eine Haltung, die Raum für echte Begegnungen schafft. Ich möchte nicht die perfekte Lehrperson sein, sondern eine, die nahbar ist, mit Stärken, Schwächen und der Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.
Denn die einzige Konstante im Unterricht bin ich selbst. Wenn ich mich aufrichtig und ehrlich zeige, dann schaffe ich einen Raum, in dem auch die Schülerinnen und Schüler den Mut finden, sie selbst zu sein.
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Wie definierst du Erfolg in deiner Arbeit?
Erfolg – was bedeutet das eigentlich? Oft wird er an messbaren Leistungen festgemacht: gute Noten, abgeschlossene Projekte oder gelungene Prüfungen. Doch für mich hat Erfolg in meiner Arbeit eine ganz andere Dimension. Er ist nicht allein an sichtbaren Ergebnissen oder quantifizierbaren Erfolgen zu erkennen. Erfolg ist für mich, wenn Schülerinnen und Schüler beginnen, an sich selbst zu glauben, ihre Stimme finden und den Mut haben, ihre Gedanken zu teilen.
Es sind die kleinen Momente im Unterricht, die für mich den wahren Erfolg ausmachen: Wenn ein Schüler, der bisher kaum seine Gedanken geäussert hat, plötzlich seine Meinung selbstbewusst formuliert. Wenn eine Schülerin, die sich im Schreiben immer unsicher gefühlt hat, stolz ihren Text vorliest. Diese leisen Fortschritte sind von unschätzbarem Wert. Sie zeigen mir, dass Lernen nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen stattfindet.
Erfolg als gemeinsamer Prozess
Erfolg ist kein Ziel, das man allein erreicht. Er ist ein gemeinsamer Prozess, in dem sich Lehrperson und Lernende aufeinander einlassen. In meiner Rolle als Lehrerin bedeutet Erfolg, Vertrauen zu schaffen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Ängste überwinden und ihre eigenen Stärken entdecken können. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Fragen willkommen sind und Fehler nicht als Makel, sondern als wertvolle Schritte zum Verstehen gesehen werden.
Gerade in meiner Arbeit als Schreibcoach erlebe ich immer wieder, wie Schreiben zum Werkzeug wird, um Zugang zu sich selbst zu finden. Wenn ein Text entsteht, der persönlich ist und aus innerem Antrieb heraus geschrieben wird, dann hat ein Entwicklungsprozess stattgefunden. Diese Authentizität ist für mich ein Zeichen von Erfolg.
Erfolg in der Praxisbegleitung
Auch in meiner Arbeit als Praxislehrperson oder als Fachbegleitung ist Erfolg kein fest umrissenes Konzept. Ich begleite angehende Lehrpersonen auf ihrem Weg, sich selbst im Unterricht zu finden und dabei ihren eigenen Stil zu entwickeln. Erfolg ist für mich, wenn sie ihre Unsicherheiten annehmen und sich trauen, authentisch zu unterrichten. Es ist die Bereitschaft, sich auf die Dynamik des Lernens einzulassen und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren.
Erfolg ist Bewegung
Letztlich bedeutet Erfolg für mich Bewegung und Entwicklung. Stillstand ist das Gegenteil von dem, was ich im Unterricht erleben möchte. Wenn Lernende ins Handeln kommen, sich ausdrücken, reflektieren und wachsen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Erfolg ist nicht das Abhaken von Aufgaben, sondern das gemeinsame Vorankommen. Es ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist und der immer wieder neu beginnt.
Wenn Schülerinnen und Schüler mit einem stärkeren Selbstvertrauen aus dem Unterricht gehen, als sie hineingekommen sind, dann weiss ich: Das ist Erfolg.
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Was bedeutet Lernen für dich?
Wir verwenden Lernen oft so selbstverständlich, fast beiläufig. Für mich ist Lernen ein lebenslanger Prozess. Es ist die Fähigkeit, immer wieder neue Fähigkeiten an mir zu entdecken, mich weiterzuentwickeln und nicht stehenzubleiben. Lernen ist kein starres System aus Fakten und Theorien, die auswendig gelernt und dann abgespult werden. Lernen ist lebendig. Lernen heisst, mich auf neue Wege zu machen, auch wenn das Ziel offen ist.
Lernen als Begegnung
Im Unterricht erlebe ich Lernen als Begegnung. Es ist das Aufeinandertreffen von Menschen, Ideen und Erfahrungen. Gerade der Dialog mit Schülerinnen und Schülern zeigt mir immer wieder, dass Lernen nicht linear verläuft. Es sind diese Momente, in denen Gedanken aufeinanderprallen, in denen Widersprüche sichtbar werden und neue Perspektiven entstehen. Genau diese Begegnungen sind es, die mich herausfordern, mein Denken zu hinterfragen und weiterzudenken.
Lernen als gemeinsamer Prozess
Lernen passiert nicht im stillen Kämmerlein. Es passiert im Miteinander, wenn Schülerinnen und Schüler sich austauschen, sich gegenseitig etwas erklären, miteinander ringen und dabei gemeinsam wachsen. Diese Art des Lernens ist für mich nicht nur fachlich wertvoll, sondern auch sozial bedeutsam. Wir lernen voneinander und miteinander.
Offenheit als Grundlage
Lernen bedeutet für mich vor allem eins: Offenheit. Offen sein für neue Gedanken, andere Meinungen, ungewohnte Ansätze. Es bedeutet, den Mut zu haben, alte Gewissheiten loszulassen und mich auf Unbekanntes einzulassen. Diese Haltung versuche ich im Unterricht vorzuleben. Ich sage auch mal: „Ich weiss es nicht. Lasst es uns gemeinsam herausfinden.“ Denn Lernen ist kein Monolog, sondern ein Dialog, ein gemeinsames Forschen, ein Entdecken.
Lernen als Haltung
Lernen ist für mich mehr als die blosse Ansammlung von Wissen. Es ist eine Haltung: neugierig bleiben, Fragen stellen, Unsicherheit aushalten, die eigene Sicht immer wieder überprüfen. Gerade im Bildungsalltag ist es eine Herausforderung, diese Haltung lebendig zu halten. Aber ich bin überzeugt: Nur wenn ich selbst bereit bin zu lernen, kann ich auch andere dazu ermutigen.
Lernen hört nie auf. Es verändert sich, passt sich an, wächst mit uns. Für mich bedeutet Lernen, immer wieder aufzubrechen. Mit dem Wissen, dass es kein festes Ziel gibt, sondern viele kleine Schritte auf einem Weg, der immer wieder neue Ausblicke eröffnet.
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Offene Fragen und ein Hut in der Hand
All diese Gedanken, all die Fragen – sie führen mich immer wieder zurück zu einem zentralen Punkt: Ich muss nicht alles perfekt machen. Ich muss nicht in jede Rolle hineinpassen oder jedem Bild entsprechen. Ich darf mich zeigen, so wie ich bin, mit meinen Widersprüchen, mit meiner Freude, mit meinen Zweifeln.
Nach all den Überlegungen, den Erfahrungen, dem ständigen Austarieren zwischen Anspruch und Alltag bleibt für mich vor allem eines: ein Plädoyer dafür, den Hut auch mal abzunehmen und einfach zu sein.
Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, „alles unter einen Hut“ zu bringen. Vielleicht ist es genau andersherum: Dass wir den Hut abnehmen dürfen, um zu atmen, um echt zu sein, um gesehen zu werden.
Ich glaube, wir dürfen uns erlauben, nicht fertig zu sein. Nicht alles zu wissen. Uns zu irren, zu zweifeln, neu zu beginnen. Das macht uns nicht weniger kompetent, im Gegenteil. Es macht uns menschlich. Und vielleicht ist das, was unsere Schüler:innen, unsere Kolleg:innen, unsere Kinder am meisten brauchen: Dass da jemand ist, der nicht perfekt sein will, sondern da ist – echt, aufmerksam, mit offenem Herzen.
Denn Lernen, Leben, Lehren ist kein Balanceakt auf der Hochseilbühne. Es ist eher ein Gehen auf vertrautem, manchmal wackligem Boden. Mit offenen Fragen und einem Hut in der Hand.
Ich wollte nur ein paar Fragen beantworten. Aber bei der ersten bin ich hängen geblieben. Da war plötzlich dieses Ziehen im Bauch, ein leiser Satz, den ich viel zu gut kenne: Was, wenn ich eben doch nicht gut genug bin?
Ich habe hingehört. Und weitergeschrieben:
👉 Was, wenn ich eben doch nicht gut genug bin?
Gern geschehen :-). Das Thema deiner Blogparade führte mich bereits zu einem weiteren Artikel.
Liebe Gabriella, vielen Dank für diesen tollen Artikel zu meiner Blogparade. Ich bin ganz bei dir, wenn du über Authentizität schreibst, deine Nahbarkeit und auch deine Verletzlichkeit.
Ganz liebe Grüße
Claudia