Meine Lieblingsbeiträge des Schreibenblogs

Einmal im Monat öffne ich die Tür einen Spaltbreit und lasse euch einen Blick hinter die Kulissen unseres Schreibenblogs werfen. Heute mache ich das mit besonderer Freude, denn dieser Text ist auch mein Beitrag zur Blogparade „Meine liebsten Blogartikel – und warum du sie lesen solltest“ von Birgit Lorz.

Der Schreibenblog ist mehr als ein Projekt. Er ist mein Herzstück. Ein Raum, in dem meine Schüler:innen ihre Stimmen erheben – ehrlich, mutig, leise, laut, tastend, klar. Hier entstehen Texte, die nicht nur gelesen, sondern gespürt werden wollen. Worte, die erzählen, was zwischen den Zeilen leuchtet: Sehnsüchte, Zweifel, Hoffnung, Wut, Mut. Ihre Sicht auf die Welt. Und manchmal auch ein bisschen Poesie.

Es gibt Artikel, die man liest, zur Kenntnis nimmt und dann weiterscrollt. Und dann gibt es diese anderen. Die Texte, die hängen bleiben. Die einem etwas ins Herz legen. Die Herzensstücke.

Sie berühren, weil sie genau das aussprechen, was gesagt werden musste. Vielleicht nicht laut, aber mit Nachdruck. Vielleicht nicht perfekt, aber echt.

Im Schreibenblog finden sich solche Stücke. Und manchmal, wenn ich sie wieder lese, spüre ich: Genau darum mache ich das hier.
Heute ist der Tag, ein paar dieser besonderen Texte noch einmal ans Licht zu holen und mit euch zu teilen, was sie für mich so besonders machen. Vielleicht entdeckt ihr ja beim Lesen, was sie auch für euch bedeuten könnten.

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Wir führten ein Leben als Reisende, mit und ohne Kinder

Es gibt Texte, die sind mehr als Worte. Sie sind Fenster. Und wenn man hindurchblickt, sieht man nicht nur fremde Welten, sondern auch sich selbst, inmitten all der Unterschiede, in der Tiefe des Menschlichen.

Yesenia hat einen solchen Text geschrieben. Mit offenem Ohr und offenem Herzen hat sie Milena und Felix zugehört. Zwei Menschen, deren Leben ein Wanderlied ist, gesungen in vielen Sprachen, gelebt in vielen Ländern. Ein Leben zwischen Koffern und Küchentischen, zwischen Umzügen, Kindern, Geschichten.

Was mich an diesem Portrait besonders berührt, ist nicht nur der Weg der beiden, von Jugoslawien über London bis nach Peking, sondern die leise Weisheit, die in jeder Zeile mitschwingt. Freundlichkeit, Geduld, Neugier. Es sind diese einfachen, grossen Dinge, die ihre Reise geprägt haben und die Yesenia in ihrer Sprache spürbar macht.

Dieser Text ist ein leises Juwel im Schreibenblog. Ein Stück gelebte Weltgeschichte, eingefangen mit jungen Augen. Und doch so tief. So warm. So wach.

👉 Hier kannst du das Migrationsportrait lesen.

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Fuads legendäre Heldenreise

Manchmal sind es die eigenen Schritte, die uns zu den grössten Abenteuern führen. Fuads Bericht über seine dreitägige Wanderung ist mehr als nur ein Rückblick. Es ist seine persönliche Heldenreise.

Mit einem Rucksack voller Erwartungen und einem Lego-Feuerwehrmann als Talisman begibt sich Fuad auf einen Weg, der ihn durch Herausforderungen, Selbstzweifel und unerwartete Begegnungen führt. Seine Erzählung ist ehrlich, humorvoll und tiefgründig. Ein Spiegelbild der inneren und äusseren Reise eines jungen Menschen.

Besonders beeindruckend ist, wie Fuad die kleinen Momente einfängt: das Frühstück mit Spiegelei und Nutella, das nächtliche Warten auf einen Fuchs, das Gefühl von Stolz nach einem anstrengenden Aufstieg. Es sind diese Details, die seine Geschichte lebendig und nachvollziehbar machen.

Fuads Beitrag ist ein Beispiel dafür, wie das Schreiben helfen kann, Erlebtes zu reflektieren und zu verarbeiten. Es zeigt, dass jeder von uns seine eigene Heldenreise hat, mit Höhen und Tiefen, aber immer mit der Chance, daran zu wachsen.

👉 Hier kannst du Fuads Heldenreise nachlesen.

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Brief an meine Grossmutter

Manche Texte sind wie ein leiser Aufschrei, ehrlich, roh und voller Sehnsucht. In diesem Text wendet sich Jessy an ihre Grossmutter, mit der sie eine schwierige Beziehung verbindet. Es ist ein Text, der von unerfüllten Erwartungen, verletzten Gefühlen und dem Wunsch nach Nähe erzählt.

Mit beeindruckender Offenheit beschreibt sie ihre Gedanken und Emotionen, stellt Fragen, die unbeantwortet bleiben, und reflektiert über das, was hätte sein können. Es ist ein mutiger Schritt, solche Worte zu Papier zu bringen und sie mit anderen zu teilen.

Dieser Brief ist ein Beispiel dafür, wie Schreiben helfen kann, innere Konflikte zu verarbeiten und einen Weg zu finden, mit Schmerz umzugehen. Er lädt dazu ein, über eigene Beziehungen nachzudenken und den Mut zu finden, Gefühle auszudrücken.

👉 Hier kannst du den Brief lesen.

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Playlists und bevorzugte Musik

Musik ist mehr als nur Klang, sie ist Erinnerung, Gefühl und Ausdruck. Dimitri nimmt uns mit auf eine Reise durch seine musikalische Welt, die von klassischer Musik bis zu modernen Beats reicht. Seine Erfahrungen mit verschiedenen Instrumenten und Genres zeigen, wie tief Musik in seinem Leben verwurzelt ist.

Besonders berührend ist, wie Dimitri beschreibt, wie bestimmte Lieder Erinnerungen und Emotionen hervorrufen – sei es die Melodie von „Merry-Go-Round of Life“, die ihn in die Welt von Ghibli entführt, oder „Forever Young“, das ihn an unbeschwerte Momente mit Freunden erinnert.

Seine Offenheit und die detaillierten Beschreibungen seiner Lieblingsstücke laden dazu ein, Musik nicht nur zu hören, sondern zu fühlen und zu erleben.

👉 Hier kannst du Dimitris musikalischen Beitrag lesen (und hören).

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Mein Alltag als Kater

Katzen gelten oft als geheimnisvolle Wesen, die den Grossteil ihres Tages mit Schlafen verbringen. Doch Basil, der Protagonist dieses Beitrags, zeigt uns, dass das Leben eines Katers alles andere als langweilig ist.

Mit einem Augenzwinkern berichtet Basil von seinen täglichen Abenteuern: dem morgendlichen Frühstück, den Streifzügen durch den Garten, dem spielerischen Ärgern von Hunden und dem geduldigen Warten auf herunterfallende Leckerbissen in der Küche. Seine Erzählung ist gespickt mit charmanten Anekdoten und gibt einen liebevollen Einblick in das Leben einer Katze, die mehr tut, als nur zu schlafen.

Besonders amüsant ist Basils Beschreibung seiner nächtlichen Routinen, bei denen er seine Besitzerin auf charmante Weise dazu bringt, ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Selinas Bericht ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie humorvoll und lebendig das Leben unserer vierbeinigen Freunde sein kann.

👉 Hier kannst du Basils Alltag nachlesen.

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Biketour – 12 von 12 im Mai 2025

Manchmal erzählen Bilder mehr als Worte. Janis nimmt uns mit auf eine visuelle Reise durch einen Tag voller Entdeckungen, Natur und persönlicher Momente. Mit dem E-Mountainbike unterwegs, hält er inne, beobachtet und fängt die Schönheit des Alltäglichen ein.

Von leuchtenden Rapsfeldern über den Duft von Bärlauch am Wegesrand bis zum erfrischenden Wasser eines Brunnens – jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte. Die Tour führt ihn auf den Uetliberg, wo er mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt wird, und endet mit einem wohlverdienten Lachsburger am Hedinger Weiher.

Besonders berührend ist, wie Janis die kleinen Details wahrnimmt: eine lustige Figur am Strassenrand, das Spiel des Lichts beim Sonnenuntergang oder die Freude am Fotografieren. Es ist diese Achtsamkeit, die seinen Beitrag so besonders macht.

👉 Hier kannst du Janis Biketour in Bildern erleben.

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Zum Abschluss: Worte, die bleiben

Wenn ich durch die Beiträge des Schreibenblogs blättere – durch Gedichte, Porträts, Alltagsbeobachtungen und innere Reisen –, dann ist es, als würde ich durch ein Mosaik gehen. Jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte. Und doch gehören sie alle zusammen.

Diese Lieblingsbeiträge sind nicht unbedingt die lautesten oder spektakulärsten. Aber sie sind ehrlich. Spürbar. Und sie haben etwas mit mir gemacht.

Sie erzählen von Mut und Erinnerung, von Neugier und Schmerz, von der Kraft der Sprache, wenn sie nicht nur sagt, sondern meint. Wenn sie nicht nur benennt, sondern berührt.

Ich bin dankbar für diese Texte. Für die Stimmen dahinter. Für die Gedanken, die uns beim Lesen ein Stück näher zusammenrücken lassen, über Zeiten, Generationen, Lebenswelten und Bildschirme hinweg.

Vielleicht habt ihr beim Lesen gelächelt, geschmunzelt, gestaunt oder kurz innegehalten.
Dann haben diese Beiträge genau das getan, was gute Texte tun sollen: Sie sind im Herzen geblieben.


Diese Beiträge aus dem Schreibenblog zeigen, wie viel kreative Energie, Tiefgang und Mut in jungen Menschen steckt. Genau solche Perspektiven brauchen wir, nicht nur in Blogs, sondern auch in der Schule.

Wenn dich diese Gedanken inspirieren, dann mach doch mit bei meiner Blogparade „Schule anders denken – Mutige Ideen für Unterricht„.

4 Kommentare zu „Meine Lieblingsbeiträge des Schreibenblogs

  1. So schön zu sehen, dass unsere alten Texte noch leben! Ich erinnere mich gerne an die Schreibzeiten im ‚Schreibenblog‘ zurück. Danke, dass du unsere Worte bewahrst.

    1. Liebe Jessy
      Ich bewahre alle eure Texte im Schreibenblog und in meinem Herzen. Einen Text von dir auszuwählen, fiel mir alles andere als leicht 🥰 🥰.

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