Monatsrückblick Juli – Reisen imaginär und konkret

Dieser Monatsrückblick hat sich zu einem wahren Bilderreigen entwickelt. Und was mir auch noch aufgefallen ist: Meine Klassen kriegen wirklich abwechslungsreichen Unterricht :-).

… auf zu den Wölfen Sibiriens

Nachdem unser Trip in die Kälte Sibiriens seit April 2020 mehrmals verschoben werden musste, kamen wir im Juli endlich in den Genuss des Hörtheaters und Sprechtrainings mit den Schauspieler:innen Silke Roca und Peter G. Diermeier. Ein Highlight für jede Klasse und Lehrperson!

In einem ersten Teil entführten uns die beiden Schauspieler:innen in den kalten Winter Sibiriens. Die Geschichte „Die Belagerung“ von Martin Baltscheit basiert auf einer wahren Begebenheit: Im Dezember 1927 belagerten Wölfe das sibirische Dorf Pilowo, töteten zunächst alle Wachhunde und holten sich dann Frauen und Kinder aus Häusern, die am Rande des Weilers lagen. Es wird berichtet, dass die Wölfe schliesslich sogar Türen aufbrachen und die Dorfbewohner in ihren Häusern attackierten. Erst ein Schutztrupp der Armee konnte verhindern, dass die Wölfe den ganzen Ort auslöschten.

Konzentriert und fasziniert lauschten die Jugendlichen der szenischen Lesung von Silke und Peter. 50 Minuten lang gebanntes Zuhören, sich von der Handlung und den Emotionen tragen lassen und dabei völlig die Zeit vergessen.

Im zweiten Teil probierten die Jugendlichen dann in kleinen Gruppen, versehen mit vielen Tricks und Tipps von Silke und Peter aus, wie es wirkt, kurze Texte selber szenisch zu lesen. Der junge Wolf klang plötzlich verspielt, mutig und sprach Schweizerdeutsch, während der alte stöhnend und frierend seine Sätze äusserte. Es war alles erlaubt, von Beatboxen über Rappen, automatischem Staccato-Lesen bis hin zur Babysprache.

Die Schüler:innen machten begeistert mit, probierten verschiedene Ideen aus und überwanden am Ende auch ihre Hemmungen und Ängste, indem sie ihre Produktionen vor der ganzen Klasse präsentierten.

Fabiana und Nik absolvieren ihr Praktikum P2 bei uns

Spannend und ereignisreich ging es weiter. Nik und Fabiana absolvierten im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sekundarlehrperson I der Pädagogischen Hochschule Zürich ihr zweiwöchiges Praktikum P2 bei mir und meinen Klassen. Während vier Semestern haben sie sich mit theoretischen Grundlagen und Fachdidaktiken beschäftigt, aufgrund von Corona ihr Praktikum 1 verpasst und jetzt ging es endlich in die Praxis.

Bereits der erste Kontakt verlief sehr entspannt und trotzdem arbeitsintensiv. Wir sassen zu viert im Garten und sie stellten uns ihr Programm für das Praktikum vor. Dabei fragten sie gezielt und interessiert nach den Besonderheiten und den unterschiedlichen Stärken der Schüler:innen, aber auch über ihren Kenntnisstand in den verschiedenen Fächern und vor allem auch in Medien und Informatik nach. Es kam zu einem regen Austausch von Ideen und Diskussionen über handlungsorientierten Unterricht. Ich war beeindruckt, wie seriös sich Nik und Fabiana bereits im Vorfeld Gedanken über Kompetenzen und mögliche Lernziele sowie deren Umsetzungen gemacht hatten.

Ein Beispiel aus dem Fach Religion/Kultur/Ethik:
Fabiana und Nik behandelten das Thema «Werte». Dabei verknüpften sie ihr fachspezifisches Wissen ausgezeichnet mit der aktuellen Lebenswelt von Zweitklässler:innen, die sich in der Berufswahl ganz explizit mit eigenen und gesellschaftlichen Werten auseinandersetzen (müssen).

Mit dem Einbezug der iPads und der Einführung einer neuen App wurde eine Lernsituation geschaffen, welche meine Klassen faszinierte und gleichzeitig motivierte sich mit dem Lerngegenstand gründlich auseinanderzusetzen. Durch das Darstellen der Collage mit ihren fünf persönlichen Werten konnten sich die Schüler:innen als selbstwirksam erleben, was durch ihren individuellen Videobeitrag, in dem sie die Wahl ihrer Werte begründeten, noch verstärkt wurde. Die unterschiedlichen Herangehensweisen ermöglichten eine vertiefte und persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema, was sich auch in den Endprodukten widerspiegelte.

In ihren Planungen versuchten sie individuellen Entscheidungen seitens der Schüler:innen Platz zu geben, um deren Motivation zu fördern. Gut gelang dies bei den Werte-Collagen. Die Rahmenbedingungen waren klar vorgegeben, über den Inhalt durften die Schüler:innen aber frei und individuell entscheiden. Schüler:innen, die ihren Auftrag schneller beendeten, wurden als Expert:innen eingesetzt. So fand ein Peer-Coaching statt, indem sich die Schüler:innen gegenseitig unterstützten, einander halfen und sich zu qualitativ besseren Leistungen verhalfen.

Die beiden Studierenden haben unglaubliche Arbeit geleistet. Obwohl sie erst in knapp in der Mitte ihrer Ausbildung stehen, schafften sie es, den Schüler:innen guten, attraktiven handlungs- und kompetenzorientierten Unterricht zu bieten.

Happy Birthday Frau Gloor

Wenn es um Geburtstagsfeier geht, dann sind unsere Schüler:innen einsame Klasse. Im Dezember überraschten sie mich mit einer Feier, bei der ich sogar zur Königin.

Dieses Mal galt die Ehre unserer Schulassistentin Sibylle Gloor. Bei den Vorbereitungen sprudelten die Ideen nur so: Kahoot mit Fragen über alle Schüler:innen, einen Postenlauf über das Schulareal, Fotocollagen, Dekoration des Schulzimmers und als Highlight der sensationellste Schokoladenkuchen, den ich je gesehen und gegessen habe!

Sommerferien in der Schweiz

Endlich Ferien! Nachdem wir uns letztes Jahr kurzfristig (und ehrlich gesagt auch nicht sonderlich begeistert) für Ferien in der Schweiz entschieden hatten, sah es dieses Jahr völlig anderes aus. Ich freute mich uneingeschränkt auf einen erneuten Urlaub in der Schweiz.

Wir starteten bei strahlend blauem Himmel in Arosa und besuchten das Bärenland. Abends gings in den Güterschuppen – ich liebe dieses Restaurant! Am nächsten Tag gelangten wir über zwei Pässe nach Interlaken.

Auf dem Weg in die französische Schweiz machten wir Halt am Glacier 3000. Also ich getraute mich dann schliesslich doch nicht über die Brücke. Es sieht in Natura noch eindrucksvoller als im Film aus. Aber für die Foto stellte ich mich immerhin hin :-).

In Montreux, unserer nächsten Station, besuchten wir das Schloss Chillon. Ich weiss nicht, weshalb, aber seit ich ein Kind bin, wollte ich dieses Schloss besuchen. Und endlich wurde dieser Traum wahr. Drei Stunden lang liessen wir uns in vergangene Zeiten zurückversetzen, bevor wir uns am Abend mit meinem Bruder und meiner Schwägerin trafen, die zufälligerweise ihre Ferien auch in Montreux verbrachten.

Weiter ging es nach Murten, wo wir die zweite Woche unserer Ferien bei Freunden verbrachten.

Was mich im August alles erwartet

  • Die Schweiz feiert Geburtstag und wir unser 27. Jubiläum als Paar :-).
  • Vom 1. – 10. August findet die Blog-Dekade statt. Jeden Tag einen Block-Artikel verfassen und veröffentlichen. Klingt spannend, aber auch beunruhigend. Soll ich da wirklich mitmachen? Habe ich genügend zu erzählen? Werden die Artikel auch gelesen? Entsprechen sie meinen Kriterien von guten Artikeln, wenn ich nicht stundenlang daran rumschrauben kann?
  • Am 13. August feiert meine Mutter ihren 80. Geburtstag. Endlich wieder eine Familienfeier – ich freue mich sehr darauf!!
  • Am 23. August beginnt das neue Schuljahr. Neben den regulären Fächern gibt es eine nicht geringe Menge, die sich die 3. Klässler:innen aus der Wahlfachliste auswählen konnten. Ich werde mich daher zuerst auf die Wahlfächer Französisch Konversation, Italienisch, Deutsch Schreiben und Religion/Kultur/Ethik.
  • Ende August findet der Einführungsnachmittag der Intensiv-Weiterbildung statt. Ich freue mich darauf, bedeutet es doch, dass ich im Frühjahr 2022 definitiv 7 Wochen in Italien verbringen werde.

Worüber ich im Juli geschrieben habe

Im Juli schrieb ich drei Beiträge:

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